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Politische Führung mit Boots On The Ground

Ich habe gerade dieses Video mit Bezug auf den BREXIT gesehen:

Eine sehr interessante Aussage war, dass der Redner, der sich als weltoffen und inklusiv versteht, in den Gegenden die für den Austritt waren, gerade mal 4 Tage seines Lebens verbracht hat.

Ich glaube, dass dies nicht nur auf ihn zutrifft sondern womöglich auf den Großteil der Meinungsführer in der Bundespolitik und den überregionalen Medien.

Der Mangel an Präsenz in und damit auch Verständnis für die Bedürfnisse der nicht ganz so attraktiven Gegenden lässt Raum für die Gruppen welche einfache Lösungen versprechen um persönlichen Einfluss zu erlangen. Diesen Gruppen ist es egal ob die vorgeschlagenen Lösungen überhaupt funktionieren können oder die Situation der Regionen sogar verschlechtern würden.

Interessanterweise ist dies womöglich sogar den Wählern egal, denn was sie eigentlich nur wollen ist „den da Oben einen Denkzettel verpassen“. Wenn Bürger in solchen vergessenen Regionen sich nicht vertreten und verstanden fühlen und deshalb solche Denkzettel wie den BREXIT verteilen, dann sollte die Politik darüber nachdenken neue Wege zu gehen.

Hier ein radikaler Vorschlag: Das Bundeskabinett trifft sich jeden Monat einmal außerhalb Berlins in den Räumen eines Kreistags und verbringt 3-5 Tage in dieser Gegend. Z.B. einen Monat in Schwerin, dann in Bad Kreuznach, Pirna, Mettmann usw.

Das ganze könnte dann jeder Minister in dieser Zeit verbinden mit einer offenen Fragestunde/Podiumsdiskussion zu einem aktuellen Thema oder der ein oder andere Minister könnte eine Kreistags bzw. Stadtratssitzung besuchen.

Klar ist, dass dies alles primär symbolischen Character hat. Jedoch sollte dadurch ein disconnect der Politik von der Stimmung an der Basis zumindest etwas unwahrscheinlicher werden.

Ganz nebenbei entspricht das auch einem Prinzip aus Machiavellis „Der Fürst“: Wenn du eine aufständige Provinz befrieden willst, verlege deine Hauptstadt dort hin.