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Gute Nachrichten – gibts sowas noch?

Ja! Und wenn ihr mal welche sehen wollt, dann schaut dieses Video an. Es geht um das Thema Bevölkerungsentwicklung, Armut und Reichtum etc. Präsentiert von Prof. Hans Rösling.

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Meine neueste Anschaffung

Eine Erstausgabe aus den USA von Neal Stephensons Roman Cryptonomicon.

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Soweit ich weiß, hat dieser Roman Julian Assange stark beeinflusst.

Jetzt muss ich nur noch die Zeit finden den zu lesen.

Nachtrag

Ich hab das Buch mittlerweile gelesen und es hat mir sehr gefallen. Jedoch muss ich jeden warnen: Nur weil ihr im Internet problemlos Vorträgen folgen könnt und euch mit Muttersprachlern im Urlaub unterhaltet, heißt das nicht, dass ihr Muttersprachler-Niveau habt. Dieses Buch wird euch das zeigen. Ich habe es mit aktiviertem dict.leo.org gelesen und regelmäßig Worte nachschlagen müssen.

Piratenprobleme

Der Ein oder Andere hat es vielleicht gehört: Bei den Piraten knallts gerade. Der größte Rumms ist zwar vorbei, aber genug Schaden ist ja schon entstanden. Aktuell rumpelt es noch und Leute versuchen sich im Wirrwar zu orientieren.

Im Grunde geht es um unsere Parteilinke – und das hat bei den Piraten mittlerweile schon was zu heißen, wenn du links vom Rest stehst. Das sind Leute die tief in ihrem Innersten den Groll hegen, siebzig Jahre zu spät geboren worden zu sein, weil sie ja sonst als heldenhafte Untergrundkämpfer die Nazi eigenhändig aufgehalten hätten. Da daraus ja nichts geworden ist, bekämpft man nun mit gleichem Furor die Deppen die heute Nazi spielen wollen – und alle die nicht ihrer Meinung sind gleich mit.

Die Parteilinke hat also in Dresden bei den jährlichen AntiFa-Nazi-Wettkämpfen ordentlich mitmischen wollen und ist dort in blinder Selbstfixiertheit über das Ziel hinaus geschossen. Die schweigende Mehrheit der Partei fand das nicht lustig. Anders als sonst, hat man sich jedoch diesmal, ebenfalls deutlich vernehmbar, positioniert. Der Betrieb der Pirateninfrastuktur ist dabei kurzzeitig eingestellt worden, was wiederum die Teile der Partei in Aufruhr gebracht hat, die immer noch versucht haben die Parteilinke weiter zu ignorieren. Das ganze Theater hat dazu geführt, dass Leute sehr emotional wurden, sich nach alter Seemannsspelunkenart beleidigt haben und einige – durchaus namhafte Piraten – ausgetreten sind.

Sollte dem geneigten Leser das interessieren? Jein.

Die ganze Streiterei ist für Außenstehende ziemlich egal. Wichtig ist was hinten raus kommt. Wenn sich die verbliebenen liberalen Kräfte in der PIRATEN Partei aufraffen können, den wenigen linken Schreihälse und Wichtigtuern mit ihren monothematischen Weltbildern den Platz zu zu weisen der ihnen zusteht, dann wäre das gut.

Wieso schreibe ich zu dem Thema überhaupt etwas? Weil es mich massiv stört, dass im Jahre 13 nach 9/11 und dem Jahre 1 nach Snowden man sich mit irgendwelchen Wohlfühlthemen beschäftigt, als mit dem was aktuell gerade live vor unseren Augen abgeht. So seh ich jedenfalls die politische Arbeit in weiten Kreisen der Piraten.

Kurz zur Erinnerung: Aktuell ging durch die Presse, dass unser Herr Außenminister das Thema „No-Spy-Abkommen“ mit der USA begräbt, man sich eingestehen muss, dass die USA uns als Partner nicht ernst nimmt und man uns auch zukünftig massiv und zügellos überwachen wird. Auf dem Spiel stehen alle unsere Freiheitsrechte (Wer das für übertrieben hält schaut endlich das Video von Appelbaum an!). Mit unsere meine ich nicht nur die der Deutschen, sondern der gesamten westlichen Welt (Der Rest hat ja wenig zu verlieren…).

Die Piraten waren aufgebrochen als Partei die neue Lebensweise der Menschen zu verteidigen die nun mal hauptsächlich im Internet statt fand. Sie sollte die Transparenz der Macht, den Schutz der Privatsphäre und die Freiheit der Information politisch sichern (man nannte es Demokratie). Statt dessen beschäftigt sie sich mit der Vergangenheit: Nazis, Antifa und Genderdebatten.

Um eine Metapher zu bemühen: Diese Debatten sind genauso wichtig, wie wenn am 13 August 1961 in Berlin-Ost über die Farbe der Grenzpassierscheine für DDR-Bürger debattiert hätte.

Was wenn wir unsere Freiheit nicht mehr verlieren können?

Was wenn wir unsere Freiheit nicht verlieren können?

Nicht, weil wir sicher sind. Nicht weil wir beschützt werden von unserem Land. Ganz bestimmt nicht.

Nein – weil wir sie bereits verloren haben.

Ich bin erst jetzt dazu gekommen die 30C3 Videos durch zu schauen. Wem 30C3 nichts sagt: Es ist der 30. Chaos Communication Congress, also das alljährliche Hackermeeting veranstaltet von CCC.

Beim kürzlich abgehaltenen Kongress wurden nun, neben vielen anderen Vorträgen, auch Vorträge gehalten zum Thema „Hacking im Auftrag der Regierung“. 2 Vorträge (in Englisch) mit dem Titel „To Protect And Infect“ stellen den Sachstand kurz dar. 

Der erste Vortrag zeigt Firmen (üblicherweise Firmen aus der westlichen Welt, also den USA, GB aber auch z.B. Frankreich und Italien) und deren Produkte die im Einsatz in Ländern sind, die getrost als Diktaturen bezeichnet werden können. Die Software-Produkte werden dort eingesetzt um Menschenrechtsaktivisten oder Reporter aus zu spionieren (und danach vor Gericht zu stellen). Die Software verhält sich dabei exakt so, wie man es von Viren, Troianern oder RootKits erwarten würden. Man kann deshalb getrost behaupten: Regierungsorgane diverser Länder dieser Welt verwenden Schadsoftware (Malware) aus dem Westen um unliebsame Bürger aus dem Weg zu räumen.

Video: To Protect And Infect 1 by: Claudio Guarnieri, Morgan Marquis-Boire

Es ist schon schlimm genug, dass Firmen vor lauter Gewinnstreben bereit sind unser aller Freiheit zu riskieren und das Leben einzelner vermutlich schon zerstört oder beendet haben. Was dann jedoch im zweiten Teil gezeigt wurde ist das Ende einer jeden Augenwischerei. Jeder von uns – JEDER – wird aktuell überwacht. Ich behaupte sogar, dass die NSA unmöglich jemanden NICHT überwachen kann. Die Ausagen von Präsident Obama sind nur deshalb keine Lüge, weil die USA bzw. die NSA eine andere Definition von Überwachung haben als der normale Mensch. Im Vortrag wird nicht nur Software vorgestellt (inkl. Preisangabe) sondern auch Hardware. Verwanzte Telefone braucht niemand mehr – das Handy an sich ist eine Wanze. Aber auch auf Mainboards und sogar in Monitorkabeln können Chips angebracht sein.  Die NSA kann dabei nicht nur mithören, sondern auch aktiv eingreifen und Websiten simulieren. Das gilt ebenso für das GCHQ der Briten und die Franzosen und Deutschen werden sich da nicht Lumpen lassen wollen.

Video: To Protect And Infect 2 by: Jacob „@ioerror“ Applebaum

Die Frage ob die NSA kompromittierendes d.h. illegales Material auf dem Rechner einer Person einschleusen kann ist hinfällig. Du „hast nichts zu verbergen“? Kein Problem, die nationalen Geheimdienste können das ändern.

Von der Politik, hier wie in den USA oder GB, kann man nichts erwarten. Dort debattiert man wie man das Moos an der Tunnelwand beseitigt, während ein Zug mit voller Fahrt auf uns zu rauscht. Hintergrund: Die Nationalen Geheimdienste sind der neue Imperator. Die Politik hat längst ihre Handlungsfähigkeit verloren. Jeder, der die Geheimdienste einschränken wöllte, würde problemlos kompromittiert und ausgeschaltet werden können. Aktuell merken das selbst unsere „Sicherheitspolitiker“ nicht. Sie werden es erst merken, wenn Sie gegen die Geheimdienste statt dafür sind.