Kategorie: web

Nebenberufliches – Als Händler bei Amazon verkaufen

Ich bin mal wieder geschäftlich aktiv geworden. In meinem letzten Beitrag habe ich beschrieben, wie ich Podcasts für mich entdeckt habe. Im Oktober habe ich, Urlaub sei Dank, Zeit gefunden, davon etwas in die Tat umzusetzen. Herausgekommen ist das hier:

Logo

Ich habe mich bei Amazon als Händler angemeldet und verkaufe nun Produkte dort. Damit ich am Ball bleibe und eventuell noch weitere Interessenten finde, habe ich auf FBAinGermany.com einen Blog eingerichtet, auf dem ich meine Fortschritte dokumentiere und über FBA und was funktioniert berichte. Über RSS-Abonenten würde ich mich freuen. Ich versuche wöchentlich meinen Fortschritt zu dokumentieren. Wer noch nie von FBA bzw. dem „Versand durch Amazon“ Modell gehört hat, kann zum Beispiel diesen Artikel über das FBA Geschäftsmodell lesen.

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Kein DRM in HTML5

Dieser Blogpost lag als Entwurf noch herum und sollte eigentlich vor einem halben Jahr online gegangen sein…
Stop the Hollyweb! No DRM in HTML5.

HTML ist ein Webstandard. Das dürfte mittlerweile jeder wissen. In seiner neuesten Version, HTML 5, liegt ein riesiges Potential für die Weiterentwicklung des Internets. Das hat unter anderem Google begriffen und promoted HTML 5 wie verrückt.

Scheinbar hat nun auch Microsoft dieses Potential gesehen und macht das was Microsoft halt dann so macht: Sachen kaputt. Aktuell versuchen Hersteller, darunter MS, das W3C (die Organisation welche die Webstandards verabschiedet) davon zu überzeugen DRM in HTML5 aufzunehmen. DRM ist „Digitales Rechte Management“, kurz das Zeug was dafür sorgt dass ihr eure gekauften MP3s nicht brennen könnt oder die DVD aus den USA in Deutschland nicht läuft. DRM ist der Feind des freien Internets. Andreas Romeyke hat dies schön zusammen gefasst:

DRM steht für Digital Rights Managment. Kurz gesagt, werden
metaphysische Güter künstlich verknappt, in dem diese an bestimmte Personen (Zahler) gekoppelt werden. Dies geschieht in der Regel durch Verschlüsselung, immer öfter zugleich mit zeitlicher und örtlicher Beschränkung des Zugriffs.

Das ist aus mehreren Gründen problematisch.

1. bei den metaphysischen Gütern handelt es sich idR. um digitalen Datenblock (zB. Bild, Musik, Video, Text) der eigentlich verlustfrei beliebig oft kopiert werden kann. Kurzum, endlich ist es der Menschheit gelungen Waren herzustellen, die niemals altern. Dann kommt jemand daher und läßt diese ohne Not künstlich altern.

2. die Kopplung an eine Person erfolgt in der Regel so, daß eine
Weitergabe des so behandelten metaphysischen Gutes nicht ohne weiteres möglich ist. Man kann das Gut zwar kopieren, aber kein anderer kann es nutzen. Das Gut ist personalisiert.

3. Wegen 2. sind die Hersteller auf den Trick gekommen, daß Kunde ja kein Gut mehr kauft (und damit nicht in dessen Besitz übergeht), sondern man über DRM erzwingen kann, daß dieser nur eine Nutzungslizenz erwirbt. Sprich, dem Kunden kann man wieder etwas wegnehmen und der muß dann ggf. bei  mehrfacher Nutzung auch mehrmalks blechen. Beispiel
Video, bei einem Kaufvideo kaufe ich einmal und kann mir dies mit Freunden dann immer wieder angucken, wenn ich es „lizensiere“, zB. Video on Demand, dann bezahle ich für *jedesmal* gucken.

4. durch die Personalisierung erfahre ich Dinge über jeden
einzelnen Kunden. Eine Deanonymisierung findet statt.

5. Das kulturelle Erbe ist gefährdet. Während zum Beispiel gedruckte Bücher ihren Besitzer überlebten und heute ein wertvoller Schatz sind (und oftmals der einzige, der überlebt hat), ist es bei DRM behafteten Büchern nahezu unmöglich, diese nach dem Tode zu nutzen. Ganz besonders fatal wird es, wenn die Firma ihren Lizenzserver abschaltet und man auf den dann wertlosen, verschlüsselten Gütern sitzenbleibt und man von heute auf morgen digitalen Müll besitzt.

Damit das W3C diesen Fehler nicht begeht müssen möglichst viele Nutzer das W3C darauf Aufmerksam machen. Dafür gibt es diese Petition:

http://www.defectivebydesign.org/no-drm-in-html5

Bitte gerne weitersagen.

Web.de – Stylisch aber unbrauchbar

Was passiert, wenn man Leute ein Webinterface entwerfen lässt die das Internet zum Spielen anstatt zum Arbeiten benutzen, darf man bei Web.de Freemail zur Zeit beobachten.

Vor einigen Wochen war Web.de so großzügig das absolut unzeitgemäße Freemail-Angebot (12MB Speicher! 12 MEGAByte!!) zu aktualisieren. Das Halbe GB ist nun wirklich nutzbar und man hätte zufrieden sein können.

Doch seit dieser Woche ist Web.de nun im „neuen Design“ unterwegs. Sieht schick aus, ist dynamisch mit Javascript und ergonomisch besser aufgebaut. Nebenbei hat man sich von unnützen Features wie dem Text-Mail Versand getrennt.

WTF!? Bitte!?

Ja richtig. Web.de bzw. die dortigen Entscheider, welche wohl glauben kein Mensch kann ohne Smileys und Farbige Hintergründe in eMails leben, haben kurzerhand den Textmail Versand entfernt. Statt dessen gibt es nur noch die „Design-Mail“ Funktion. Wo man tolle Hintergründe einstellen kann, denn Text formatieren oder kleine

Glaubt ihr nicht? Siehe FAQ von Web.de

>Kann ich einstellen, dass meine Mail als Text und nicht als HTML gesendet wird?
Nein, das ist nicht möglich.
Nun werden sich die „Facebook-Statt-Email“ Fraktion, die glauben News-Letter wären ein Freundschaftsdienst, natürlich fragen wozu man Text-Mail brauch.
Nun – abgesehen davon das Text-Mails
  • keine aktiven Code beinhalten und damit sicherer sind,
  • deutlich kleiner sind,
  • keine Tracking-Pixel/Web-Wanzen eingebaut werden können
gibt es auch Funktionen im Netz die Textmails voraussetzen. z.B. Mailing-Listen.
@Internet-Yuppies: Mailing-Listen sind ein Arbeitsmittel.  Das ist Zeug was die Leute brauchen die das Geld verdienen was ihr in Marketing-Kampagnen oder Entertainment Features ohne Verstand versenkt.
So, nun die Frage: Wohin soll man wechseln? Welcher freemail Anbieter bietet folgende Features an:
  •  min. 100MB Speicher
  •  Textmail
  •  variable Absende-Adressen (Ich möchte von einem Account aus eMails mit verschiedenen Absendern verschicken können)
  •  Abrufbarkeit mittel POP und IMAP (z.B. mit Thunderbird)
  •  kostenlos
  •  Nicht überall in Spam-Blacklists
  •  Datenschutz/Briefgeheimnis (Ich will nicht, dass der Provider meine Mails/Inhalte weiterverwendet)

Was Interessenten von Immobilienmaklern erwarten – und was nicht!

Heute muss ich mir einmal Luft machen bezüglich der (In-)Kompetenz von einer Vielzahl Immobilienmaklern mit denen ich in den letzten 2 Monaten Kontakt hatte. Nicht alle sind so, manche sind hilfsbereit und manche lernen auch hinzu. Wer Makler ist, darf das gern lesen und als kostenlose Verkaufsberatung ansehen.
Ich suche eine Wohnung – kommt vor.
Als Netizen (Interneteinwohner) nutze ich dazu primär das Internet. Auf den diversen Immobilienbörsen suche und sortiere ich so gut es geht (Usability dieser Webseiten ist ein Thema für sich…) und hole mir Informationen ein, wenn diese aus dem Netzangebot nicht ersichtlich sind.

Bevor ich nun weiter mache ein kurzer Hinweis an alle Immobilienmakler die dies lesen:
NEIN sie sind nicht der einzige Makler mit dem ihr Interessent in Kontakt steht und
NEIN
ihr Angebot ist nicht das Einzige zu dem er Informationen anfordert.
Es ist sogar wahrscheinlich, dass er Angebote von MEHREREN Plattformen angefragt hat.
Und NEIN ihr Interessent möchte nicht mit ihnen telefonieren wenn er nicht darum gebeten hat.

Ich weiß welche Größe ich will, wieviele Zimmer ich will und wo die Wohnung liegen soll. Der Preisrahmen ist dazu auch klar.

Nun gibt es Angebote bei denen sind alle Informationen vorhanden und sie entsprechen meinen Vorstellungen in so weit, dass ich mir die Wohnung gern einmal vor Ort anschauen möchte. DANN vereinbare ich einen Besichtigungstermin. Das würde ich am liebsten per Mail machen, aber da dies wohl unüblich in Maklerkreisen ist, lasse ich mich dazu hinreisen auch telefonischen Kontakt herzustellen. In diesem Fall erwarte ich, dass man mit mir einen Termin ausmacht, oder aber mitteilt, dass das Angebot nicht mehr besteht. Das funktioniert in 99% der Fälle. Toll!

Bei anderen Angeboten fehlt mir der Grundriss oder er ist so klein, dass man keine Maße ablesen kann. In diesen Fälle bitte ich mir einen Grundriss zuzuschicken. (Positiv ist, dass heutzutage in 90% der Fälle zumindest vernünftige Bilder verfügbar sind.)
Ich erwarte dann, dass

  1. man mir per Mail einen Grundriss zukommen läßt auf dem man etwas erkennen kann. (nicht den winzigen der vielleicht auch im Netz steht)
  2. der in einer Form zugeschickt wird, die nicht mein Postfach sprengt. (also kleiner 2MB ist.)
    oder
  3. man mir mitteilt, dass man selbst über keinen Grundriss verfügt und unfähig/unwillig ist, mir zumindest eine Skizze der Raumanordnung zu senden.

Überraschenderweise funktioniert dies nur bei ca. 30% der Makler. Anstatt also 1) bis 2) oder 3) zu machen passiert was?
Man mailt mir, dass ich ihnen doch meine Telefonnummer mitteilen soll. Wieso? Wollen die mir den Grundriss als MMS schicken? Nein, man will mit mir über die Maklerphantasie einer Wohnungsbesichtigung reden.
Ich will nicht mit euch reden! Ich will den Grundriss sehen. Dadurch weiß ich ob die Wohnung ÜBERHAUPT in Frage kommt.
70% der Makler ziehen es vor die Zeit ihrer potentiellen Kunden zu verschwenden anstatt ihnen bei der Entscheidung zu helfen.

Bei wieder Anderen ist nur der Stadtteil, aber keine Adresse angegeben. Da ich eine Wohnung in Laufreichweite zu meiner Arbeitstelle haben möchte ist dies für mich aber wichtig. Je nach Lage in einem Stadtteil erhöt sich die Wegezeit für mich von 10Min auf 1Stunde. Und das ist für mich schon ein Ausschlusskriterium.
In diesem Fall frage ich den Makler, erneut via Mail/Nachricht im Portal, nach der Adresse. Hier erwarte ich entweder die Adresse zu erfahren, oder aber zumindest die Straße und einen Hausnummernbereich. 50m mehr oder weniger sind mir da nicht so wichtig.
Was passiert hier? 3x darf man raten.
Das gleiche wie beim Grundriss. Zwar antworten hier 50% wie ich es erwarte, aber die restlichen versuchen mir wieder meine Daten aus der Nase zu ziehen.
NEIN ich möchte keinen Besichtigungstermin. Ich mache einen Besichtigungstermin erst aus, wenn die Wohnung in Frage kommt, nicht vorher.

Die Kröhnung fand jedoch heute statt.

Der erste Sündenfall – der viel zu häufig auftritt – war Inhalt und Struktur der Antwort-Email.
Zu aller erst schreibt mir laut Absender („Von“) ein Herr Frank B…, die Nachricht ist jedoch unterschrieben von Frau Regina P. Das ist ansich nicht schlimm, aber eine eigene Mailadresse für die Angestellten sollte man sich leisten können. Viel schlimmer war, dass der Inhalt meiner Ursprünglichen Nachricht nicht angegeben war und im Schreiben von Frau P. auch NULL Bezug darauf genommen wurde. Sie wollte viel lieber meine Telefonnummer und einen Besichtigungstermin. Hinzu kommt, dass sie keinen Link auf das Angebot um das es ging mitgeschickt hat.
Frage: Woher soll ich wissen um welche Wohnung es geht? Wieso beantwortet sie nicht meine Fragen? Was hatte ich überhaupt gefragt?

Also bat ich, dass sie mir doch bitte mitteile um welches Angebot es sich handelt auf dass sie Bezug nimmt, und dass sie meine Orginalanfrage mit zitieren solle, da ich dort bestimmt Fragen angegeben hatte an die ich mich sonst nicht erinnern kann.

Als Antwort erhielt ich eine eMail die mir selbiges Versprach. Sie bestand aus der Signatur der Dame und einem 2.3KB großen Thumbnail der betroffenen Wohnung (im sensationellem Format von 118×118 Pixeln). Dass ich mir daraus etwas nehmen kann ist äußerst optimistisch. Wer eine Wohnung sucht schaut sich nicht nur 3Bilder an, sondern wahrscheinlich eher 30Angebote mit je 3Bildern.
Ich antwortete darauf, dass die Informationen wohl verloren gegangen sein müssten, und dass ich nur ein winziges kleines Bildchen erhalten hätte.

Spätestens jetzt erwartet doch jeder, dass die gute Frau den Weg des geringsten Aufwands wählt und mir zumindest einen Link auf die Onlineplattform sendet. Ganz zu schweigen davon, dass ich dann immer noch nicht gewusst hätte was ich gefragt haben. Aber ich hätte mir die Frage vielleicht rekonstruieren können.

Was geschah? Eine 4MB(!) große eMail erreichte mich und blockierte von mir ungemerkt für 1h mein Postfach. Im Anhang ein PDF. Kein weiterer Text. Noch nicht mal die Signatur der Frau P. Die Wiederwilligkeit war geradezu zum greifen nah. Ich vermutete oder hoffte, dass zumindest das PDF das Exposee enthalte. Und vielleicht mehr Infos enthalten waren als bis dato bekannt.

Weit gefehlt! WEIT!… Statt dessen hat diese Person etwas derartig inkompetentes gemacht, dass ich kurz mit offenem Mund vor dem Rechner saß.
Weder das Exposee, noch ein Hinweis auf die Plattform NEIN der PDF-Ausdruck einer Anfrage eines ANDEREN Interessenten mitsamt SEINEN persönlichen Daten schickte sie mir!!!1 11

Zum Glück stand in diesem nutzlosen Ausdruck die Inserats ID von Immobilienscout24. Somit konnte ich nach der Nummer 61432580 suchen und fand das Angebot so wieder.
Jetzt wusste ich, dass ich nach dem Grundriss gefragt hatte…                          …Den ich bis jetzt noch nicht habe.

Re: Was ist denn so furchtbar daran?

Ich fühle mich genötigt eine Antwort auf diese Leser-EMail zu schreiben, die ich heute in der „Welt Kompakt“ gelesen habe.

Rüdiger Schulz, so heißt der Autor der Mail, begeht zwei Denkfehler. Bevor ich es euch erläutere kurz ein Gleichnis bei dem der Autor bestimmt auch anders reagieren würde. (@Ungeduldige: Der wichtigste Link ist ganz am Ende des Artikels)

Ihr braucht Ausweisfotos. Der Fotograf sagt: „Kein Problem. Zieh dich einfach komplett nackt aus und setz dich hin. Ausziehen ist wichtig, damit keine Teile des Gesichts verdeckt sind.“

Wer würde das machen? Jeder würde stutzig werden wieso ich mich ausziehen soll. Die Vorgeschobene Pseudoerklärung reicht ja wohl nicht aus. Ebenso sollte man bei der Vorratsdatenspeicherung zuerst das Gehirn einschalten.

Punk1: Es wird eine Gegenleistung für eine ziemlich haarsträubende Forderung in Aussicht gestellt, jedoch ohne zu erklären wieso die Forderung nötig ist und wie die Gegenleistung dadurch erbracht wird.
Wieso glaubt Herr Schulz, dass es sein Leben sicherer macht, wenn die Bewegungsdaten aller Bürger erfasst werden? Wieso wird sein Leben sicherer dadurch, dass Ermittler und Spione (sowas gibts auch in Deutschland. Wir haben 2 Geheimdienste falls das nicht bekannt ist) sowie jeder Datendieb weiß, wer in seinem (und meinem, und eurem) sozialen Netzwerk ist? Seit wann hat es einen Staat zu interessieren wo seine unbescholtenen Bürger sind? Nur um das klar zu machen: Weil man 10 schwarze Schafe jagt, überwacht man 83.999.990 unbescholtene Bürger? Wie war das nochmal mit der Angemessenheit?

Punkt2: Das eigentliche Ziel ist etwas ganz anderes, und nicht zwangsläufig der Schutz des Bürgers. Wohl eher der Schutz von „Interessensträgern“. Sind die Daten erst einmal gespeichert werden z.B. die Medienverwerter interessiert sein diese gegen private Nutzung von Medien einzusetzen um Leute zu verklagen und abzumahnen. Die Daten können auch verwendet werden um Demonstrationen wie z.B. in Heiligendamm zu unterbinden indem man zentrale Personen frühzeitig in Arrest setzt. Man kann nach Demos oder gar Revolutionen im Nachhinein unliebsame Personen und ihr gesamtes Netz ausfindig machen und entsorgen. Man kann bei irgendwelchen Pseudo-Staatsschutzermittlungen noch mehr Menschen verdächtigen (auch die nur zufällig in Kontakt kamen). Und man kann vielleicht auch Leute die schmutzige Wäsche von Politikern ans Tageslicht bringen (früher haben Journalisten sowas gemacht) leichter identifizieren und ausschalten (das nennt man dann wohl „Modell Russland“).

Daten zu sammeln kann jeder Depp. Daten auszuwerten und zu interpretieren, da tun sich selbst Experten schwer. Nicht das man es nicht machen kann, nein… es geht darum, dass die Ergebnisse einfach falsch sind. Ein Beispiel aus RAF Zeiten: Wenn sie in der Nähe der Terroristen gewohnt haben und im selben Supermarkt wie die einkaufen waren und mit jemanden Telefoniert haben der im selben Hochhaus wie ein Terrorist wohnt und sie zufällig mal am selben Bushäuschen standen, dann reicht das schon um sie „vorsorglich“ zu überwachen. Leute wurden für weniger überwacht – Leute die keine Staatsfeinde sind.

Anders sieht es aus mit den Auswerteprofis der Industrie. Die hätten sehr wohl Lust auf die Daten. Damit könnten sie euch noch besser abzocken. Die GEZ hat bestimmt auch Interesse an den Daten. Ist doch nur damit die Qualität der ÖR noch besser wird….

Und nicht zuletzt freuen sich die bösen Hacker. Die die damit Geld verdienen eure Daten von Vater Staat zu klauen und irgend welchen mafiösen Strukturen zu verscherbeln. Dann bekommt ihr irgendwann Post von eMail-Adressen mit bekannten Namen (die eurer Freunde) und wenn ihr die öffnet – schwupps – hat das nette russisch-chinesische-Hackernetz wieder einen Rechner mehr versklavt.

Es gibt nur einen Schutz: Daten nicht zu erheben die nicht gebraucht werden.

Wenn unsere Polizei nicht in der Lage ist Leute zu ermitteln die Sprengstoff kaufen/erzeugen oder horten und die uns böses tun, dann sind entweder die Polizisten unfähig und schlecht ausgebildet oder aber sie haben keinen Rückhalt mehr in der Bevölkerung (weil sie sonst auf Tipps hoffen können). Komischerweise hat man ja in letzter Zeit wieder Terroristen (oder die es mal werden wollen) gefasst. Ganz ohne VDS. Vielleicht sind unsere Polizisten dann doch nicht unfähig, sondern die VDS einfach überflüssig.

Ach, und bevor jemand damit kommt: Das das eine EU Forderung ist, ist kein Zufall. Wenn man in einem Land die eigene Politik nicht machen darf, dann beschließt man’s halt in der EU und tut so als könnte man ja jetzt nichts mehr machen. Wenn das „regieren“ ist, dann können wir auch paar Taschenspieler von der Straße in die Regierungsbank setzen.

Also Herr Schulz, lassen sie sich nicht kirre machen. Die VDS wird sie kein Stück sicherer machen, nur noch transparenter für den Staat. Wie das am Ende aussieht ist hier sehr schön dargestellt.

Internetzensur vorerst abgewehrt – Zugangserschwerungsgesetz gekippt

Wie ich gerade aus dem Spiegel erfahren habe, wurde „Zensursulas“ Internetsperrengesetz (das Zugangserschwerungsgesetz) nun gekippt.

Die Union hat nun wohl endlich auch begriffen, dass das Gesetz untauglich war und ist. Wie der Spiegel noch einmal schön zusammenfasst ist das Gesetz untauglich weil

  1. die Sperren leicht umgangen werden können
  2. es die Täter warnt und diese so zu mehr Vorsicht drängt
  3. eine technische Infrastruktur erst dafür geschaffen werden muss

„Löschen statt Sperren“ funktioniert ohnehin besser: „Nach aktuellen Zahlen des Bundeskriminalamtes sind nach zwei Wochen 93 Prozent der kinderpornografischen Inhalte gelöscht, nach vier Wochen sind es sogar 99 Prozent“ (Justizministerin Leutheusser-Schnarrenberger)

Nicht zuletzt ist das Gesetz eine Gefahr für die Informationsfreiheit im Netz gewesen. Denn eine Zensurinfrastruktur (nichts anderes war geplant) wird früher oder später auch auf andere Themen ausgeweitet.

Für Vertreter der Unterhaltungsindustrie etwa bedeutet sie das vorläufige Ende eines langgehegten Traums: Sie hatten gehofft, dass eine einmal errichtete Sperr-Infrastruktur eines Tages auch auf Seiten angewendet werden könnte, die Zugang zu illegalen Musik- oder Filmdownloads bieten. (Der SPIEGEL)

Behörden stellen eure Meldedaten für alle frei ins Netz!

Ein Kollege zeigte mir gerade das aktuelle c’t Editorial. Dort steht ungeheuerliches:

Das Frühstück am Sonnabend versüßte mir eine öffentliche Bekanntmachung in der Lokalpostille. Es ging ums Widerspruchsrecht nach dem Niedersächsischen Meldegesetz. Davon mache ich seit jeher Gebrauch und kann es nur jedem empfehlen, der Schutz vor Kirchen, Gebühreneinzugszentralen und Werbemafia sucht. Das Amt darf die Meldedaten dann nur noch in Ausnahmefällen herausgeben.

Der Vertreter des Bürgermeisters ließ schreiben: „Einwohner/innen, die bereits in den Vorjahren eine derartige Erklärung abgegeben haben, brauchen diese nur schriftlich an das Bürgerbüro zu richten, wenn sie zusätzlich dem automatischen Abruf über das Internet wiedersprechen wollen. Ansonsten braucht keine neue Erklärung abgegeben werden.

Hervorhebung von mir

Um das mal kurz und knapp zu formulieren: Während Politiker darüber schimpfen wie Facebook persönliche Daten veröffentlicht, veröffentlichen die Meldebhörden einfach die Daten aller(!) Personen online, auch wenn sie der Veröffentlichung bereits wiedersprochen haben, denn eine Onlineveröffentlichung gabs ja damals noch nicht – deshalb wollen da bestimmt alle mitmachen!

Logisch! Und wenn jemand sagt: „ich will nicht erschossen werden“ dann meint er damit, dass er erwürgt werden will. Auch klar….

Spinnen die!!!?

Was bedeudet das?

Firmen, Institute und wer immer will, kann beim kommunalen Kernmelderegister (kostenpflichtig) Daten abrufen. Einziger Schutz der Bürger ist die Selbstverpflichtung der Abrufer, mit den Daten nichts böses/illegales zu machen. So nach dem Motto: „Ich gebe ihnen mein Ehrenwort – Ich wiederhole – Mein Ehrenwort “

Ja ne is klar….

Was kann man dagegen machen?

Dazu ein Verweis auf die Seite der Rechtsanwaltskanzlei Drach&Drach Dort gibt es auch ein Formular um bei der Behörde zu wieder sprechen.

Es ist erschreckend das sowas gemacht wird. Aber wir hätten das alle ja längst wissen müssen. Schließlich wurde es ja im sächsischen Amtsblatt Nr. 43/2007 vom 25. Oktober 2007 auf Seite 30 bekannt gemacht.

Wieso ich das nur übersehen habe…