Lehrt mehr Vision an Universitäten

Ich bin gerade über ein Fundstück im Netz gestolpert, welches mich fasziniert und nachdenklich gemacht hat.

Es geht um ein Video welches Ideen und Konzepte von Menschen vorstellt, welche das Internet und die Datenverarbeitung beschrieben haben, zu einer Zeit als dies alles noch Zukunftsmusik war. Es ging um Visionen welche so nicht umgesetzt wurden, jedoch in anderer Form heute uns täglich umgeben. Das Video ist weiter unten verlinkt.

Was mir dabei auffiel ist, dass man während des Informatik-Studiums bestenfalls sehr knapp von diesen Ideen erfahren hat, meist ein paar lieblose Folien als Einstieg zu einer Vorlesung. Das Studium wie ich es erlebt habe ist primär ausgerichtet, den Studenten den Stand der Wissenschaft zu vermitteln (was gut, richtig und wichtig ist) und ihnen einen Überblick über die praktische Arbeit in ihrem Feld zu geben. Letzteres wird immer stärker gewichtet, da die Industrie gern Arbeitskräfte aus Universitäten erhalten will, und keine Forscher/Freidenker. Das führt zu einer immer stärkeren Verschulung, was ich hier aber nicht zum Thema machen will. Worauf ich hinaus will ist, dass selbst beim guten alten Diplom-Studiengang etwas fehlte:

Ich frage mich nun, ob wir nicht Fortschritt und Innovation beflügeln können, wenn wir die Studenten an der Uni mit Visionen konfrontieren welche noch immer Zukunftsmusik sind. Also gezielt eine Pflichtvorlesung ans Ende des Grundstudiums packen, welche die Visionen und Ideen eines Forschungsbereichs vorstellt und erklärt, welchen Nutzen diese generieren würden. Dabei geht es nicht um Visionen der Art „In 5 Jahren ist das Marktreif“, sondern Visionen bezüglich der Lebensweise der Menschen in 25 – 50Jahren.

Hätte ich einen meiner Professoren nach einer Vision für sein Feld gefragt, hätte er mir nur ein sehr begrenzte Idee beschreiben können („Wir werden die Korrektheit von Algorithmen beweisen können.“, „Wir werden Schaltkreise drucken können.“). Dies ist aus fachlicher Sicht sicher eine interessante Vision, beschreibt aber nicht welche Bedürfnisse in der Bevölkerung damit auf neue Art befriedigt werden.

Ich denke mehr an Visionen die beschreiben wie sich die Art:

  • zu leben
  • zu kommunizieren
  • zu lernen
  • Informationen zu nutzen
  • sich zu unterhalten/entspannen
  • zu reisen
  • sich selbst wahr zu nehmen
  • zu arbeiten bzw. Dinge herzustellen
  • usw.

ändern, und welche Probleme noch zu lösen wären.

Studenten haben noch Zeit und Phantasie und können durch einen solchen Kurs vielleicht inspiriert werden, selbst Lösungen für diese Probleme zu finden. Aktuell sehe ich derartige Inspiration bestenfalls in Science-Fiction Literatur und Filmen. Was Inspiration bewirken kann, konnte man in den 60er und 70er Jahren mit Sputnik und der Mondlandung sehen. Diese Motivation ist uns leider abhanden gekommen, oder wie Buzz Aldrin sagte:

You Promised Me Mars Colonies. Instead, I Got Facebook.

Falls ihr an Unis arbeitet, Professor oder Doktor seid oder kennt, versucht diese doch einmal zu überzeugen einen solchen Kurs oder Seminar anzubieten.

Hier ist das Video: Google Tech Talks

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