Piratenprobleme

Der Ein oder Andere hat es vielleicht gehört: Bei den Piraten knallts gerade. Der größte Rumms ist zwar vorbei, aber genug Schaden ist ja schon entstanden. Aktuell rumpelt es noch und Leute versuchen sich im Wirrwar zu orientieren.

Im Grunde geht es um unsere Parteilinke – und das hat bei den Piraten mittlerweile schon was zu heißen, wenn du links vom Rest stehst. Das sind Leute die tief in ihrem Innersten den Groll hegen, siebzig Jahre zu spät geboren worden zu sein, weil sie ja sonst als heldenhafte Untergrundkämpfer die Nazi eigenhändig aufgehalten hätten. Da daraus ja nichts geworden ist, bekämpft man nun mit gleichem Furor die Deppen die heute Nazi spielen wollen – und alle die nicht ihrer Meinung sind gleich mit.

Die Parteilinke hat also in Dresden bei den jährlichen AntiFa-Nazi-Wettkämpfen ordentlich mitmischen wollen und ist dort in blinder Selbstfixiertheit über das Ziel hinaus geschossen. Die schweigende Mehrheit der Partei fand das nicht lustig. Anders als sonst, hat man sich jedoch diesmal, ebenfalls deutlich vernehmbar, positioniert. Der Betrieb der Pirateninfrastuktur ist dabei kurzzeitig eingestellt worden, was wiederum die Teile der Partei in Aufruhr gebracht hat, die immer noch versucht haben die Parteilinke weiter zu ignorieren. Das ganze Theater hat dazu geführt, dass Leute sehr emotional wurden, sich nach alter Seemannsspelunkenart beleidigt haben und einige – durchaus namhafte Piraten – ausgetreten sind.

Sollte dem geneigten Leser das interessieren? Jein.

Die ganze Streiterei ist für Außenstehende ziemlich egal. Wichtig ist was hinten raus kommt. Wenn sich die verbliebenen liberalen Kräfte in der PIRATEN Partei aufraffen können, den wenigen linken Schreihälse und Wichtigtuern mit ihren monothematischen Weltbildern den Platz zu zu weisen der ihnen zusteht, dann wäre das gut.

Wieso schreibe ich zu dem Thema überhaupt etwas? Weil es mich massiv stört, dass im Jahre 13 nach 9/11 und dem Jahre 1 nach Snowden man sich mit irgendwelchen Wohlfühlthemen beschäftigt, als mit dem was aktuell gerade live vor unseren Augen abgeht. So seh ich jedenfalls die politische Arbeit in weiten Kreisen der Piraten.

Kurz zur Erinnerung: Aktuell ging durch die Presse, dass unser Herr Außenminister das Thema „No-Spy-Abkommen“ mit der USA begräbt, man sich eingestehen muss, dass die USA uns als Partner nicht ernst nimmt und man uns auch zukünftig massiv und zügellos überwachen wird. Auf dem Spiel stehen alle unsere Freiheitsrechte (Wer das für übertrieben hält schaut endlich das Video von Appelbaum an!). Mit unsere meine ich nicht nur die der Deutschen, sondern der gesamten westlichen Welt (Der Rest hat ja wenig zu verlieren…).

Die Piraten waren aufgebrochen als Partei die neue Lebensweise der Menschen zu verteidigen die nun mal hauptsächlich im Internet statt fand. Sie sollte die Transparenz der Macht, den Schutz der Privatsphäre und die Freiheit der Information politisch sichern (man nannte es Demokratie). Statt dessen beschäftigt sie sich mit der Vergangenheit: Nazis, Antifa und Genderdebatten.

Um eine Metapher zu bemühen: Diese Debatten sind genauso wichtig, wie wenn am 13 August 1961 in Berlin-Ost über die Farbe der Grenzpassierscheine für DDR-Bürger debattiert hätte.

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