Was wenn wir unsere Freiheit nicht mehr verlieren können?

Was wenn wir unsere Freiheit nicht verlieren können?

Nicht, weil wir sicher sind. Nicht weil wir beschützt werden von unserem Land. Ganz bestimmt nicht.

Nein – weil wir sie bereits verloren haben.

Ich bin erst jetzt dazu gekommen die 30C3 Videos durch zu schauen. Wem 30C3 nichts sagt: Es ist der 30. Chaos Communication Congress, also das alljährliche Hackermeeting veranstaltet von CCC.

Beim kürzlich abgehaltenen Kongress wurden nun, neben vielen anderen Vorträgen, auch Vorträge gehalten zum Thema „Hacking im Auftrag der Regierung“. 2 Vorträge (in Englisch) mit dem Titel „To Protect And Infect“ stellen den Sachstand kurz dar. 

Der erste Vortrag zeigt Firmen (üblicherweise Firmen aus der westlichen Welt, also den USA, GB aber auch z.B. Frankreich und Italien) und deren Produkte die im Einsatz in Ländern sind, die getrost als Diktaturen bezeichnet werden können. Die Software-Produkte werden dort eingesetzt um Menschenrechtsaktivisten oder Reporter aus zu spionieren (und danach vor Gericht zu stellen). Die Software verhält sich dabei exakt so, wie man es von Viren, Troianern oder RootKits erwarten würden. Man kann deshalb getrost behaupten: Regierungsorgane diverser Länder dieser Welt verwenden Schadsoftware (Malware) aus dem Westen um unliebsame Bürger aus dem Weg zu räumen.

Video: To Protect And Infect 1 by: Claudio Guarnieri, Morgan Marquis-Boire

Es ist schon schlimm genug, dass Firmen vor lauter Gewinnstreben bereit sind unser aller Freiheit zu riskieren und das Leben einzelner vermutlich schon zerstört oder beendet haben. Was dann jedoch im zweiten Teil gezeigt wurde ist das Ende einer jeden Augenwischerei. Jeder von uns – JEDER – wird aktuell überwacht. Ich behaupte sogar, dass die NSA unmöglich jemanden NICHT überwachen kann. Die Ausagen von Präsident Obama sind nur deshalb keine Lüge, weil die USA bzw. die NSA eine andere Definition von Überwachung haben als der normale Mensch. Im Vortrag wird nicht nur Software vorgestellt (inkl. Preisangabe) sondern auch Hardware. Verwanzte Telefone braucht niemand mehr – das Handy an sich ist eine Wanze. Aber auch auf Mainboards und sogar in Monitorkabeln können Chips angebracht sein.  Die NSA kann dabei nicht nur mithören, sondern auch aktiv eingreifen und Websiten simulieren. Das gilt ebenso für das GCHQ der Briten und die Franzosen und Deutschen werden sich da nicht Lumpen lassen wollen.

Video: To Protect And Infect 2 by: Jacob „@ioerror“ Applebaum

Die Frage ob die NSA kompromittierendes d.h. illegales Material auf dem Rechner einer Person einschleusen kann ist hinfällig. Du „hast nichts zu verbergen“? Kein Problem, die nationalen Geheimdienste können das ändern.

Von der Politik, hier wie in den USA oder GB, kann man nichts erwarten. Dort debattiert man wie man das Moos an der Tunnelwand beseitigt, während ein Zug mit voller Fahrt auf uns zu rauscht. Hintergrund: Die Nationalen Geheimdienste sind der neue Imperator. Die Politik hat längst ihre Handlungsfähigkeit verloren. Jeder, der die Geheimdienste einschränken wöllte, würde problemlos kompromittiert und ausgeschaltet werden können. Aktuell merken das selbst unsere „Sicherheitspolitiker“ nicht. Sie werden es erst merken, wenn Sie gegen die Geheimdienste statt dafür sind.

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