Piraten – die Mitmachpartei?

Wer Mitglied der Piraten ist oder sich mit diesen unterhält wird erfahren, dass einen niemand aufhält, eigene Ideen umzusetzen. Das ist im Großen und Ganzen auch die Wahrheit. Es gibt jedoch ein großes ABER was unbemerkt immer mitschwingt…

Wer kennt sie nicht die „Man müsste mal….!“ oder „Wäre doch toll wir würden….“ Posts im Piratenforum, Mailingliste oder im Gespräch auf Treffen. In schöner Regelmäßigkeit schallt einem dann ein „Du hast den Job!“ entgegen.

Da haben wir sie, die hoch gelobte Mitmachpartei! Jeder kann seine Ideen einbringen und Vorschläge umsetzen. – Alleine.

Das „Du hast den Job!“ ist keine freundliche Aufforderung eine aufgeworfene Idee gemeinsam innerhalb der Partei umzusetzen, sondern eine sarkastische Aufforderung die nichts anders bedeutet als „Interessiert mich nicht“, „Ist nicht mein Ding“.

Man könnte sich nun auf den Standpunkt stellen, dass dies nun mal ganz normal sei und natürlich nicht jede Idee von allen euphorisch voran getragen werden kann. Ich entgegne: Aber zumindest die ein oder andere!

Was können Gründe sein, keine MITmacher zu finden und wie kann man sie lösen?

  • Kummunikation: Die Idee ist gut aber blieb unverstanden. Wieso sollte jemand mitmachen? Welchen Nutzen hat die Idee für den Einzelnen und für die Partei? Lösung: Gedanken sortieren und schlüssig darlegen. Schreib einen Blogpost oder ML-Beitrag!
  • Overload: Die Idee wurde Personen erzählt, welche bereits mit Projekten „zu“ sind. Kommuniziere sie an Personen die noch nicht eingebunden sind. Sprich beim nächsten Stammtisch mit anderen Gästen darüber.
  • Mangelndes Interesse: Die Person interessiert sich nicht für das Ziel was du verfolgst. Beispiele: Du willst Nazis blockieren gehen, die andere Person interessiert sich einen Dreck für Nazies. Du willst zu einer Stadtratssitzung, die andere Person interessiert sich aber nicht für Kommunalpolitik. Sowas raus zu finden ist mitunter nicht ganz leicht. Beim ersten Beispiel wird dem Uninteressierten unterschwellig immer gleich Sympathie mit Nazis unterstellt. Entsprechend werden eher Ausflüchte genannt. Bei anderen Themen kommt das „ja, aber ist nicht mein Thema“ leichter raus. Was kannst du tun? Wenn du nach 3-5 Minuten Argumente austauschen nichts erreicht hast dann lass es.
  • Apathie: Die Person scheint sich für gar nichts interessieren zu können. Meist liegt es am Energiespiegel der Person. Arbeit, Studium oder private Themen laugen die Person aus und irgendwie ist alles mau. Wenn du davon ausgehen kannst, dass die Person eigentlich schon mitmachen würde („Früher war der immer mit dabei“) dann kann es helfen die Person einfach mit einzupacken wenn die Aktion startet. („Los komm mit, dauert nicht lange“) Das wirkt bestenfalls wie eine Therapie. Allerdings solltest du nicht mit der Person planen und als Leistungsträger sollte die auch nicht belastet werden. Such dir also erstmal andere Leute und nimm ihn als „Bonus“ mit, falls es geht.
  • Antipathie: Manche Piraten können sich auf den Tod nicht leiden, bei anderen ist es noch schlimmer. 😉
    In diesem Fall wird der andere Pirat einen Teufel tun dich zu unterstützen. Du kannst froh sein, wenn er dich nicht aktiv behindert. Die milde Form ist, wenn der Gegenpart sich einfach nur nicht vorstellen kann dich in welcher Form auch immer zu unterstützen. Falls du merkst das jemand dich absolut nicht ausstehen kann, dann verhalte dich freundlich distanziert und ärgere dich nicht. Alles andere kostet nur kostbare Energie.
  • Neid/Konkurrenz: Manchmal ist die Idee einfach zu gut als das gerade DU die haben kannst. Die Lorbeeren stehen dir gar nicht zu. Nun ja… Willkommen im traurigen Land der Politik. Sowas gibt es auch. Wenn du Schlüsselpersonen zur Mitarbeit gewinnen willst, dann musst du dafür sorgen, dass sie die Idee zu ihrer machen. Im Zweifel musst du bereit sein große Teile des Erfolgs zu teilen. Das sind dann die Momente wo „das Team im Mittelpunkt steht“.

Soweit die Theorie.

Wenn Ideen nicht gemeinsam getragen, weiter gesponnen und realisiert werden, dann ist die Wirkung der Partei nicht großer als die eines jeden anderen informellen Zusammenschlusses, nicht größer als der einer Facebook-Gruppe, der eines Diskussionsforums oder WoW-Clans. Dann kann man auch auf sie verzichten.

tldr; Wenn die Funktion der Partei darauf reduziert ist, Ideengeber aufzufordern es doch selbst zu machen, dann gibt es für die Ideengeber keinen Grund sich einzubringen. Alleine machen geht auch ohne Piraten.

Advertisements

Ein Gedanke zu „Piraten – die Mitmachpartei?

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s