Präimplantationsdiagnostik – Für mich unstrittig

An dieser Stelle möchte ich einmal meine Meinung zum Thema Präimplantationsdiagnostik abgeben.

Ich finde ein Unterlassen einer nach Möglichkeit vollständigen Diagnostik von Embryonen vor der Implantation geradezu fahrlässig. Bei einer künstlichen Befruchtung wird ja nicht nur ein Embryo gezeugt, sondern mehrere (da nicht alle befruchteten Eizellen tatsächlich sich zu teilen beginnen). Man hat also bereits einen ganzen Satz an Kandidaten die eingepflanzt werden können. Hier keine Qualitätssicherung durchzuführen – insbesondere bei den Preisen die eine solche Behandlung kostet – ist einfach ein Unding. Neben den psychischen Belastungen der Eltern ist dies auch finanziell untragbar! Was wenn ein Paar alle Ersparnisse eingesetzt hat um endlich ein Kind zu bekommen und das Prozedere dann in einer Totgeburt resultiert? Ein anderes, zeugungsfähiges, Paar kann es nochmal probieren. Dieses Paar nicht!

Man sollte sich einmal vor Augen halten, um was für Zellhaufen es hier eigentlich geht:

Embryonen in 2 und 4 Zellstadium
Embryonen in 2 und 4 Zellstadium – By Minami Himemiya (Eigenes Werk) – CC-BY-SA-3.0 (www.creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)

Betrachtet man das Bild versteht man mehr als gut, wieso sich in England die Position durchgesetzt hat, dass in den ersten 14 Tagen der Entwicklung den Embryonen eine Personalität abgesprochen wird (FAZ). Ein Vorgehen, dass ich mir für Deutschland sehr wünschen würde.

Das Argument, dass man damit Behinderte aus grenzen würde ist nicht nachvollziehbar. Wer möchte denn gern ein behindertes Kind? Wenn sie zu einem Paar gehen das ein gesundes Kind hat und fragen ob sie das gleiche Kind lieber mit Behinderung haben möchten – was wird da die Antwort sein? Und wenn sie ein behindertes Paar haben, was wird da die Antwort sein? Wenn man die Möglichkeit hat, eine angeborene Krankheit zu verhindern, dann soll man das tun!
Wer explizit möchte, dass sein Kind behindert geboren wird, dem würde ich eine künstliche Befruchtung als Arzt verweigern.

Für die Eltern ändert das auch nichts. Am Ende geht es nämlich nicht um die Nr. die auf der Petrischale steht, sondern um das Kind das geboren wird. Ob es nun aus dem Embryo Nr.5 oder Nr 1 entstanden ist, ist egal. Das Neugeborene ist DAS KIND der Eltern.

Eine Furcht vor Designerbabies kann ich ebenso nicht nachvollziehen. Ein Designer ändert etwas. Es sortiert nicht aus. Er erschafft. Und gerade das ist hier nicht der Fall. Das „Erschaffen“, d.h. die endgültige Ausprägung des Kindes, ist allein Sache der Natur. Wenn man beginnen würde den genetischen Code zu verändern, wäre die Sachlage eine vollkommen andere. Dies ist hier aber nicht der Fall. Man wählt nach der Diagnostik aus den verfügbaren Embryonen (die zu 100% den Gencode der Eltern tragen) eines aus.

Es ist geradezu absurd, dass über ein solches Thema noch debattiert werden muss.
Man musste doch auch nicht darüber debattieren, ob man Bremsen in ein Auto einbaut. Nur weil andere ohne Bremsen in eine Wand gefahren sind, heißt das nicht, dass man das Auto in Zukunft nicht sicherer machen darf. Wieso man sich gegen klare Verbesserungen verweigert bleibt mir ein Rätsel.

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