Wie cool ist das denn!? – Dresden Neustadt

Bis gestern dachte ich „Dresden ist eine der schönsten Städte Deutschlands – die Schlösser, die Kirchen, die Oper und das Elbufer – schön!“

Seit gestern weiß ich, dass Dresden mehr ist als nur schön, sondern definitiv eine der coolsten Städte um sich die Nacht um die Ohren zu schlagen. Und das kam so…

Einen bayrischer Arbeitskollegen, den es noch nie in den Osten gezogen hat, konnte man überzeugen, sein auf Hörensagen wohlfundiertes Weltbild von Sachsen einmal live einen Reality-Check zu verpassen. Nachdem in großer Runde (und ordentlicher Anlaufphase) am Freitag die Chemnitzer Nacht unsicher gemacht wurde, gings Samstag direkt nach Dresden. Zuerst wurde das unvermeidliche und wirklich tolle Kulturprogramm „Dresdner Altstadt“ inklusive „Frauenkirche besteigen“ absolviert. Der Wettergott hatte ein einsehen und sorgte dafür, dass gerade an diesem Wochenende die Sonne schien und man sich dann gepflegt mit einem Bierchen sogar auf die Elbwiesen flätzen (Fachbegriff für hinlegen) konnte. Als es dann Abend wurde gings in ein Dresden das ich bisher – zu Unrecht – immer nur als Blinddarm der Altstadt angesehen hatte: Dresden Neustadt.

Es war Abends nach 9Uhr und auf den Straßen war soviel Volk unterwegs, wie mancher Orts wenn ein Fest ansteht. Überall Menschen auf dem Weg zu Partys oder pendelnd zwischen den diversen Lokalitäten. Nicht wenige mit der, wie der Bayer sagt, „Weghoalbeden“ (zu deutsch: das Bier für unterwegs). In den Straßen ist alle 20m eine Bar, Kneipe, Disko oder Club. Es gibt Schickimicki Lokale, Rockabily Läden, Metall-Schuppen, es gibt Läden mit Livemusik, es gibt Raucherlokale (wo wir waren wurde immer geraucht). Das  so etwas funktionert liegt daran, dass in der Altstadt* eigentlich niemand wohnt, und sich die Bevölkerung abends in die Wohnviertel wie z.B. die Neustadt zurückzieht. Und das die Studenten der diversen Unis auch mit dort hausen tut der Stimmung keinen Abbruch. Irgendwo in der Neustadt lag der Dönerimbiss „Istanbul“ der 1997 die Auszeichnung des stadtbesten Döners erhalten hat. Dort haben wir erst einmal jeder einen hervorragenden Jumbo-Chickendöner gefuttert um den Abend zu begründen. Danach gings ins „Rosies Amüsierlokal“ wo den Abend lang Rockabilly gespielt wurde und wir eine Gruppe Amerikaner (Geschäftsleute die für die hiesige Halbleiterindustrie arbeiten) kennen lernten und am Kickertisch abservierte 😉 . Nette Kerle anyway.  Anschließend machten wir uns auf ins Heavy Duty, einem Metall und Hardrock Schuppen wo in ledergewandete Männer mit langen Haaren darüber philosophierten, welcher Gitarrist den größten Einfluss auf die Rockgeschichte hatte – oder so. Leider kamen wir zu spät für die Livemusik die dort gespielt wurde. Den Abend ließen wir dann in kleiner Runde, aber viel zu spät, am Hotel ausklingen.

Das Dresden auch als Ausgangsbasis für Ausflüge taugt, zeigte sich am nächsten Tag. Da gings, nach einem ordentlichen Brunch, noch auf einen Abstecher in die sächsische Schweiz um einen Blick auf die Bastei zu werfen. Und dann hieß es wieder „zurück in Heimat“ für meinen Kollegen.

Gegen einen erneuten Besuch in Sachsen, so sagte er, hätte er nix. soso… 😉

*Altstadt: Damit ist der Teil gemeint, den Touristen rauf und runter fotografieren. Das auf der Altstadtseite Menschen leben ist klar (Dresden ist ja viiiiiiel größer als das was man so als Besucher mit nimmt). Fakt ist: das Szeneleben verträgt sich nicht mit dem Barock. Deshalb ist es woanders. Nämlich in der Neustadt. 😉

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3 Gedanken zu „Wie cool ist das denn!? – Dresden Neustadt

  1. Allerdings:

    Das so etwas funktionert liegt daran, dass in der Altstadt eigentlich niemand wohnt, und sich die Bevölkerung abends in die Wohnviertel wie z.B. die Neustadt zurückzieht

    Dass in der Altstadt niemand wohnt, wird wohl die vielen Bewohner der Altstadt-Seite sehr verblüffen.

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