Zum Tod Bin Ladens

2. Mai 2011

Heute früh wachte ich auf und war wohl ebenso überrascht wie die restliche Welt von der Nachricht, dass Bin Laden getötet worden sein.

Was mir aber seltsam befremdlich vor kam waren Untertöne wie:

(Die Amerikaner) schwenken das Banner mit den „Stars and Stripes“, skandieren „USA, USA“ und singen die Nationalhymne. (Tagesspiegel)

“Es gibt keine größere Freude in meinem Leben als zu wissen, dass dieser Mann tot ist” (Harry Gomez, Soldat der Nationalgarde der USA. Aus: vol.at)

Ich möchte meinen Standpunkt dazu so formulieren:
Ich finde es gut, dass Osama Bin Laden keine Terroranschläge mehr befördern, finanzieren, anstiften oder durchführen kann.
Ich finde es jedoch unwürdig für eine westliche Staat einzelne Menschen gezielt zu töten um Politik oder “Recht” durchzusetzen. Recht wird durch Gerichte gesprochen. Was hier gemacht wurde, war Faustrecht par excellence. Faustrecht muss einem jeden zivilisierten Menschen an widern.
Ebenso unwürdig finde ich es, wenn Menschen auf die Straße rennen und für die gezielten Ermordung eines Menschen Beifall klatschen. Von den Medien die nichts besseres zu tun haben, als Blutverschmierte Laken vom Tatort in die Welt zu strahlen und ihre Skandälchen zu blöken ganz zu schweigen.

Es sind Momente wie diese wo das dünne Deckmäntelchen unserer Kultur weggezogen wird und das Menschenmaterial sichtbar wird was sich darunter versteckt.

Richtig wäre es gewesen den Verantwortlichen für den Terror gegen die USA (das stand ja lange fest, also gibt es bestimmt auch Beweise für eine direkte Schuld) in Gewahrsam zu nehmen und in New York vor Gericht zu stellen. In einem Land wo die Todesstrafe zum guten Ton gehört, wäre Bin Laden dort auch mit rechtsstaatlichen Mitteln bei gekommen worden. Soweit dies bisher berichtet wird, war dies aber gar nicht das Ziel, sondern es ging allein um einen “Kill-Job”.

Was jetzt in den USA und den Westlichen Medien geschieht ist die quasi Entsprechung einer primitiven Meute die Leichen durch die Gassen schleift. Da reagiert die USA ja normalerweise auch empört.


Ein Blick zurück in die Geschichte

11. Januar 2009

Ich habe mir schon seit längerem vorgenommen mir ein paar Klassiker durchzulesen. Und natürlich hab ich mir ein nicht ganz alltägliches Buch gleich zuerst rausgesucht: Karl von Clausewitz – Vom Kriege
Natürlich nicht in einer neuen Version, sondern in der Version von Arthur Schurig von 1917.

Es ist schon wirklich erstaunlich dieses Buch zu lesen. Kein Geschichtsunterricht kann das Selbstbild der Berufssoldaten dieser Zeit deutlicher vermitteln als ein Buch das von diesen Soldaten selbst und für ihresgleichen geschrieben wurde. Es wird so offen, direkt und unverblühmt über den Krieg und seine Methoden, von Vernichtung des Gegners vom Menschenbild der Generäle gesprochen wie es heutzutage niemals ein Offizier mehr wagen würde. Heutzutage wird seitens des Militärs (vor allem in Militärstaaten wie z.B: der USA) versucht, die Armee als eine Präzisionsmaschine darzustellen, bei der nur Häuser und Autos von bösen Leuten kaputt gehen und wo man nix zu befürchten hat, denn die eigene Armee ist ja die beste und stärkste und überhaupt. Clausewitz schreibt hingegen von Opfern und Opferbereitschaft, von Gehorsam bis in den Tod um des Sieges willen, er schreibt von den inneren Käpfen der Befehlshaber und wieso sie manchmal sehenden Auges Soldaten in den Tod schicken. Ein Buch das so anders ist als alle die man heutzutage findet. Es klagt nicht an, es verherrlicht nicht (jedenfalls nicht in den Maßstäben seiner Zeit) – es beschreibt.

Da Strategie und Taktik, vor allem im Militärischen, ein recht anregendes Thema ist , habe ich mich dem nicht ganz entziehen können. Strategie und Taktik, in seiner theoretischen Form, ermöglicht es in Spielen/Simulationen sich geistig mit anderen zu messen. Und das ist, vor allem für das männliche Geschlecht, recht anziehend.

Ich habe mir deshalb Zeit genommen und ein Brettspiel entworfen, welches, wie ich finde, recht gut gelungen ist. Es nennt sich: Der Taktikkasten.
Die Regeln sind so gehalten, dass man ohne Zufallselement (Würfel) auskommen soll. Falls die Regeln sich behaupten, kann das Spiel genau wie Schach über analoge Medien wie z.B. Briefen, Zeitungen oder über Chat und EMail gespielt werden.

Hier einmal ein Bild vom Kasten zum anfüttern ;-) :

Alle Bestandteile des Taktikkasten ausgebreitet.

Alle Bestandteile des Taktikkasten ausgebreitet. (Klick für größere Version)

Mittlerweile habe ich noch mehr Leute im Internet gefunden die Taktik/Strategie-Spiele basteln. Unter anderem auch eine Gruppe, welche diese Spiele im Geschichtsunterricht einsetzen um zu erklären, was in den Schlachten passiert ist und wie eine Schlacht damals abgelaufen ist.

Nebenbei: Die Idee eines solchen Spiels ist keine neue. Das orginale “Kriegsspiel” wurde im Preußen des 19.Jh entwickelt und war dort bei den Offizieren sehr populär. Und somit schließt sich der Kreis zu Karl von Clausewitz. Dieser kämpfte ja u.A. gegen Napoleon Anfang des 19.Jh. und wurde später als einer der besten Napoleon-Versteher, man könnte fast Schüler sagen, angesehen.


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