Wieso nicht personalisierte Werbung?

19. April 2009

In den letzten Tagen konnte man bei heise.de lesen, dass zwei wohlbekannte Webportale (Wikipedia, Amazon) sich entschieden haben, einem „Werbedienstleister“ (Phorm) ihre Kundendaten nicht zur Verfügung zu stellen. Dieser Werbedienstleister wollte damit gezielter Werbung schalten.

An dieser Stelle muss man sich fragen, was denn an personalisierter Werbung schlecht ist.

Zu aller erst einmal ist der aktuelle Zustand in Sachen Werbung für den Konsumenten wie für den Werber nicht zufriedenstellend. Der Konsument wird bombardiert mit Informationen und Angeboten die ihn überwiegend nicht interessieren. Und der Werber muss, um überhaupt einen zählbaren Erfolg zu erreichen, sehr viele potentielle Konsumenten ansprechen, in der Hoffnung, dass ein paar darunter sind, die sein Produkt brauchen und kaufen.

Personalisierte Werbung soll das Problem dahingehend beheben, dass die Werber wissen für was sich ein Konsument interessiert um somit gezielt die entsprechenden Personen anzusprechen.

Nun gibt es dabei aber ein Problem: Werbung ist öffentlich. Der Erhalt der Werbung erfolgt nicht unter der Kontrolle des Konsumenten, sondern eben dann wenn die Werbung eintrifft. Weiterhin existieren Personen im Prozess, die wissen, dass sich Konsument XY für Angebote aus dem Bereich ABC interessiert und eventuell sogar wie viel Geld er üblicherweise dafür ausgibt.

Rein schon aus Datenschutzgründen sollte es jedem mündigen Bürger kalt dem Rücken hinunter laufen, wenn er den zweiten Punkt oben durchdenkt. Aber auch der erste Punkt ist nicht ohne. Und zwar aus dem Grund, dass man nicht mehr nur 1 Leben führt. Ich möchte das begründen:

Für 150 Jahren lebten die einfachen Menschen auf dem Lande noch in einem Leben. Das heißt, alles was sie taten, ob auf dem Feld oder zu Hause, war mehr oder weniger allen anderen Personen aus ihrem unmittelbaren Umfeld (der Familie) bekannt.

Mit der Industrialisierung änderte sich dies zum ersten mal. Es gab fortan 2 Leben: Das Private und das Arbeitsleben. Die Personen aus dem ersteren (Familie) wussten nicht wirklich was im zweiten Leben passierte und mit wem man interagierte und wieso, und die Arbeitskollegen wussten meist auch nicht allzuviel über die Familie.

Diese Entwicklung wurde durch das Internet noch verstärkt. Es kam aber hierbei nicht nur 1 weiterer Lebensbereich hinzu, sondern beliebig viele. Jede Community in der man sich aufhält stellt einen weiteren, abgetrennten Lebensbereich dar.

Es gibt Bereiche die wir dabei strickt von anderen getrennt haben wollen. Wir wollen eben nicht, dass jemand Verbindung über diese Bereiche hinweg herstellt. Beispiele gibt es hier viele: Die ausgelassene Urlaubsgemeinschaft und die Arbeitswelt; Eine Selbsthilfegruppe und die Freunde vom Sportverein; Vielleicht die Familie und geheime sexuelle Vorlieben; etc. …

Die personalisierte Werbung unterscheidet hier nicht. Sie will verkaufen. Sie sieht nur eine Person und spricht diese wann immer möglich an.

Es reicht nicht, einfach sicher zu stellen, dass die Werbung uns nur dann erreicht, wenn es für uns gelegen ist. Denn was bleibt ist ein System, welches Wissen über uns besitzt. Wissen, welches für uns unangenehm ist, ja dass wir vielleicht sogar fürchten.

Wenn man etwas fürchtet, dann wird man sein Verhalten so ändern, dass eben diese Bedrohung minimiert wird. Ein solches, umfassendes Werbesystem würde also unser Verhalten ändern. Dies nennt man einen unzulässigen Eingriff in die Privatsphäre eines Menschen. Wir sollten nicht nur darauf hoffen, dass es nicht dazu kommt. Wir, bzw. die unter uns, welche dies beeinflussen können, sollten sicherstellen, dass es dazu nicht kommt.


Hier gibts was auf die Ohren

25. März 2009

Frische Musik braucht das Land? Ich hab da mal was vorbereitet.

Themenkomplex 1 – Mashups

Was zur Hölle sind Mashups?

Mashup nennt man laut Wikipedia die „die Erstellung neuer Inhalte durch die nahtlose (Re-)Kombination bereits bestehender Inhalte.“
Das heißt z.B. bei Musik, dass man mehrere existierende Musikstücke nimmt, und Teile davon so zusammen mischt, dass ein neues Musikstück entsteht, ohne das man diesem die Zusammenstückelung anhört.

Eine seeeehr interessante Seite zu diesem Thema ist http://www.mashuptown.com/.

Einige Künstler dort belassen es nicht nur beim Kombinieren, sondern sie verändern auch Melodieläufe bestehender Titel. Z.B. extrahieren sie die Gesangsspur aus Titel 1 und legen diese auf die Melodie von Titel 2. Beeindruckendes Beispiel dafür ist „Mercy for Roxanne„. Das beste ist dann noch, dass bei MashupTown die Tracks als mp3 direkt gespeichert werden können. Also füttert eure Sammlungen und Player mit neuen Songs.

Vielen von euch wird das Projekt ThruYou bereits bekannt sein. Für alle anderen gibts hier eine Kurzzusammenfassung:

Man nehme einen israelischen Künstler namens Kutiman, gebe ihm ein Videoschneideprogramm, einen Zugang zu Youtube und viiiiel Zeit und man bekommt:
8 geniale Tracks, zusammengestellt aus Soundsamples die alle möglichen Leute bei Youtube veröffentlicht haben. Wer also schonmal sein Schlagzeug, Hamondorgel oder Gitarre dort vorgeführt hat, könnte sich bei ThruYou wieder finden.
Die Website auf die ich oben verlinkt habe dient gleichzeitig als Player. Die Titel laufen nacheinander durch.

Themenkomplex 2 – Der Rest ;)

Auf der Suche nach coolen Versionen des Raumpatrouille Orion Themas stieß ich auf eine Heidelberger Band die eine interessante Mischung aus Jazz&Rock zum besten gibt: Karmic Society.
Ich wollte mir gern eine CD bei den Jungs bestellen, aber der Shop ihres Labels ist etwas sehr psychedelisch. Vermutlich wäre es einfacher/erfolgreicher, wenn sie direkt über Amazon die Platte vertreiben würden. Aber gut, lasst den Künstlern ihren Spass.

Hier die Variante der Raumpatrouille (live):

Ihr habt nochmehr tolle frische neue Musik?
Lasst es mich wissen.


Juhuu! Lasst uns zu Tode wachsen!

24. Oktober 2008

Hin und wieder findet man im Forum von Telopolis, zwischen vielen Trollen, auch wirklich interessante Hinweise. Und zwar ging es um das Thema „Finanzkrise“. In der Diskussion wurde auf ein Video verlinkt welches ich auch gleich verlinken möchte. Allerdings vorher noch ein anderes – weil es noch fundamentaler und grundlegender ist: http://de.youtube.com/watch?v=F-QA2rkpBSY (8 Teile a 10 min, Englisch)

In diesem Video erklärt Prof. Dr. Bartlett, auf eine sehr einfache und eindringliche Art und Weise, wie unglaublich falsch Menschen bei der Beurteilung von Wachstum sind. Besonders beängstigend sind seine Beispiele die zeigen, dass scheinbar die Personen die am dringensten den Effekt von exponentiellem Wachstum kennen sollten (Politiker), ihn einfach ignorieren. Daher auch die Überschrift „Juhuu! Lasst uns zu Tode wachsen!“.

Nachdem uns im vorherigen Video, eindrucksvoll gezeigt wurde wie planlose Menschen handeln, kommen wir nun zum angekündigten Video. Dieses beschreibt, was passiert wenn wenige ein System schaffen das so abstrus ist, dass die Mehrheit es einfach nicht glauben will. Es geht um die Frage „Woher kommt eigentlich das Geld?“. Wer jetzt glaubt er kenne die Antwort (Druckerpresse), der liegt leider daneben. Ich hatte es auch nicht gewusst, aber dieses Video bringt klarheit:
http://de.youtube.com/watch?v=vVkFb26u9g8 (5 Teile a 10 Min, Englisch)

Interessant ist, dass eine der Lösungen aus dem letzten Teil („lokale Währungen“) vor kurzem in Telopolis (und andere Medien wie z.B. dem Donaukurier) ebenfalls vorgestellt wurde.

Allein wegen Videos wie diesen beiden (und den TED Videos) kann ich nur jedem empfehlen sein Englisch zu pflegen/zu verbessern. Englische Videos gucken hilft! Wenns mal klemmt mit dem Verständnis: Pause drücken, nachschlagen und dann weiter gucken.


Besser als Fernsehn – Viel Besser!

4. August 2008

Youtube war für mich anfänglich so ne Blödel-Seite. Voll mit Selbstdarstellern, dummen Gelaber und halbwitzigen Malörchen.

Durch Zufall bin ich dann aber zum Vielnutzer geworden. Und zwar wegen diesem Chanel: TED Talks Director.

In diesem Chanel findet ihr die Aufzeichnungen der TED Konferenz aus Montreal (dem in Californien). Dort kommen Leute aus den Bereichen Technologie, Unterhaltung (Entertainment) und Design zusammen und stellen die Ideen vor, die sie für wertvoll halten.

Ich hab alle Seiten durch. Ich kann nur sagen: Unbedingt Anschauen!

Da sind Perlen dabei die man einfach gesehen haben muss. Zum Beispiel:

Also: Glotze auslassen und inspirieren lassen!