Wieso nicht personalisierte Werbung?

19. April 2009

In den letzten Tagen konnte man bei heise.de lesen, dass zwei wohlbekannte Webportale (Wikipedia, Amazon) sich entschieden haben, einem „Werbedienstleister“ (Phorm) ihre Kundendaten nicht zur Verfügung zu stellen. Dieser Werbedienstleister wollte damit gezielter Werbung schalten.

An dieser Stelle muss man sich fragen, was denn an personalisierter Werbung schlecht ist.

Zu aller erst einmal ist der aktuelle Zustand in Sachen Werbung für den Konsumenten wie für den Werber nicht zufriedenstellend. Der Konsument wird bombardiert mit Informationen und Angeboten die ihn überwiegend nicht interessieren. Und der Werber muss, um überhaupt einen zählbaren Erfolg zu erreichen, sehr viele potentielle Konsumenten ansprechen, in der Hoffnung, dass ein paar darunter sind, die sein Produkt brauchen und kaufen.

Personalisierte Werbung soll das Problem dahingehend beheben, dass die Werber wissen für was sich ein Konsument interessiert um somit gezielt die entsprechenden Personen anzusprechen.

Nun gibt es dabei aber ein Problem: Werbung ist öffentlich. Der Erhalt der Werbung erfolgt nicht unter der Kontrolle des Konsumenten, sondern eben dann wenn die Werbung eintrifft. Weiterhin existieren Personen im Prozess, die wissen, dass sich Konsument XY für Angebote aus dem Bereich ABC interessiert und eventuell sogar wie viel Geld er üblicherweise dafür ausgibt.

Rein schon aus Datenschutzgründen sollte es jedem mündigen Bürger kalt dem Rücken hinunter laufen, wenn er den zweiten Punkt oben durchdenkt. Aber auch der erste Punkt ist nicht ohne. Und zwar aus dem Grund, dass man nicht mehr nur 1 Leben führt. Ich möchte das begründen:

Für 150 Jahren lebten die einfachen Menschen auf dem Lande noch in einem Leben. Das heißt, alles was sie taten, ob auf dem Feld oder zu Hause, war mehr oder weniger allen anderen Personen aus ihrem unmittelbaren Umfeld (der Familie) bekannt.

Mit der Industrialisierung änderte sich dies zum ersten mal. Es gab fortan 2 Leben: Das Private und das Arbeitsleben. Die Personen aus dem ersteren (Familie) wussten nicht wirklich was im zweiten Leben passierte und mit wem man interagierte und wieso, und die Arbeitskollegen wussten meist auch nicht allzuviel über die Familie.

Diese Entwicklung wurde durch das Internet noch verstärkt. Es kam aber hierbei nicht nur 1 weiterer Lebensbereich hinzu, sondern beliebig viele. Jede Community in der man sich aufhält stellt einen weiteren, abgetrennten Lebensbereich dar.

Es gibt Bereiche die wir dabei strickt von anderen getrennt haben wollen. Wir wollen eben nicht, dass jemand Verbindung über diese Bereiche hinweg herstellt. Beispiele gibt es hier viele: Die ausgelassene Urlaubsgemeinschaft und die Arbeitswelt; Eine Selbsthilfegruppe und die Freunde vom Sportverein; Vielleicht die Familie und geheime sexuelle Vorlieben; etc. …

Die personalisierte Werbung unterscheidet hier nicht. Sie will verkaufen. Sie sieht nur eine Person und spricht diese wann immer möglich an.

Es reicht nicht, einfach sicher zu stellen, dass die Werbung uns nur dann erreicht, wenn es für uns gelegen ist. Denn was bleibt ist ein System, welches Wissen über uns besitzt. Wissen, welches für uns unangenehm ist, ja dass wir vielleicht sogar fürchten.

Wenn man etwas fürchtet, dann wird man sein Verhalten so ändern, dass eben diese Bedrohung minimiert wird. Ein solches, umfassendes Werbesystem würde also unser Verhalten ändern. Dies nennt man einen unzulässigen Eingriff in die Privatsphäre eines Menschen. Wir sollten nicht nur darauf hoffen, dass es nicht dazu kommt. Wir, bzw. die unter uns, welche dies beeinflussen können, sollten sicherstellen, dass es dazu nicht kommt.


Hier gibts was auf die Ohren

25. März 2009

Frische Musik braucht das Land? Ich hab da mal was vorbereitet.

Themenkomplex 1 – Mashups

Was zur Hölle sind Mashups?

Mashup nennt man laut Wikipedia die „die Erstellung neuer Inhalte durch die nahtlose (Re-)Kombination bereits bestehender Inhalte.“
Das heißt z.B. bei Musik, dass man mehrere existierende Musikstücke nimmt, und Teile davon so zusammen mischt, dass ein neues Musikstück entsteht, ohne das man diesem die Zusammenstückelung anhört.

Eine seeeehr interessante Seite zu diesem Thema ist http://www.mashuptown.com/.

Einige Künstler dort belassen es nicht nur beim Kombinieren, sondern sie verändern auch Melodieläufe bestehender Titel. Z.B. extrahieren sie die Gesangsspur aus Titel 1 und legen diese auf die Melodie von Titel 2. Beeindruckendes Beispiel dafür ist „Mercy for Roxanne„. Das beste ist dann noch, dass bei MashupTown die Tracks als mp3 direkt gespeichert werden können. Also füttert eure Sammlungen und Player mit neuen Songs.

Vielen von euch wird das Projekt ThruYou bereits bekannt sein. Für alle anderen gibts hier eine Kurzzusammenfassung:

Man nehme einen israelischen Künstler namens Kutiman, gebe ihm ein Videoschneideprogramm, einen Zugang zu Youtube und viiiiel Zeit und man bekommt:
8 geniale Tracks, zusammengestellt aus Soundsamples die alle möglichen Leute bei Youtube veröffentlicht haben. Wer also schonmal sein Schlagzeug, Hamondorgel oder Gitarre dort vorgeführt hat, könnte sich bei ThruYou wieder finden.
Die Website auf die ich oben verlinkt habe dient gleichzeitig als Player. Die Titel laufen nacheinander durch.

Themenkomplex 2 – Der Rest ;)

Auf der Suche nach coolen Versionen des Raumpatrouille Orion Themas stieß ich auf eine Heidelberger Band die eine interessante Mischung aus Jazz&Rock zum besten gibt: Karmic Society.
Ich wollte mir gern eine CD bei den Jungs bestellen, aber der Shop ihres Labels ist etwas sehr psychedelisch. Vermutlich wäre es einfacher/erfolgreicher, wenn sie direkt über Amazon die Platte vertreiben würden. Aber gut, lasst den Künstlern ihren Spass.

Hier die Variante der Raumpatrouille (live):

Ihr habt nochmehr tolle frische neue Musik?
Lasst es mich wissen.


Die Medienkompetenz der Amokläufer

22. März 2009

Dieser Beitrag wurde von mir bei Zeit.de veröffentlicht als Antwort auf den Komentar „4. Lobby der Amoklaufförderer von „gw-hh“.

Als ich den Beitrag Nr. 4 gelesen habe quoll mir regelrecht die Ignoranz gegenüber den neuen nicht verstandenen Medien entgegen.
Computerspiele, vor Allem welche wo’s um Gewalt geht gabs in meiner Jugend nicht. Das muss schlecht sein! Verbieten!! Sofort!

Meiner Meinung nach handelt es sich bei der gesamten Killerspielediskussion um ein Scheingefecht. Es gibt nämlich eine Korrelation zwischen den Spielen und den Amokläufen, aber diese ist zeitlich nicht inhaltlich.

Was das heißt will ich gern erklären.
-Computerspiele sind, dass wurde richtig bemerkt, ein Phänomen der letzten beiden Jahrzehnte. Personen die unter 30 sind, sind damit mehrheitlich aufgewachsen. Personen die unter 20J sind und nicht Computer gespielt haben sind absolute Minderheiten.
-Amokläufe an Schulen sind
, und hier haben wir die Korrelation, ein Phänomen der letzten beiden Jahrzehnte.
Littleton 1999 war die erste Tat dieser Art, und vor allem die erste die so ein großes Medienfeedback in Deutschland erhalten hat.

Für die Personen, welche in die Sündenbocksuche verwickelt sind (und überwiegend dieser Generation nicht angehören), bietet sich dieser Zusammenhang nun wunderbar an um das Medium Computerspiele (was sie aus ihrer Jugend nicht kannten) als den Grund für Taten zu sehen, die es in ihrer Jugend nicht gab.
Übersehen wird dabei, dass die Jugendlichen von heute noch etwas von denen vor 20 Jahren unterscheidet.

Medienkompetenz
Medienkompetenz, so wie ich sie verstehe, ist die Fähigkeit
1) Inhalte von Medien auf ihre Relevanz für die eigene Situation zu bewerten und
2) das passende Medium für den gewünschten Zweck zu nutzen.

Was 1) bedeutet kann man sich denken. 2) bedeutet, dass wenn ich Nachrichten will ich weiß welches Medium mir diese liefert, und wenn ich Unterhaltung will, ebenfalls das passende Medium bekannt ist.

Amokläufer beweisen reproduzierbar ihre Medienkompetenz. Sie wissen genau, dass sie die Aufmerksamkeit die sie wollen, nur durch eine öffentliche Tat diesen Ausmaßes erreichen läßt.

Ich behaupte: Nicht Computerspiele machen Amokläufer, sondern die Berichterstattung über Amokläufe. Denn sie bestätigen immer wieder aufs neue, welche Aufmerksamkeit einem Täter zu kommt, wenn er sich ebenso verhält.

Unsere Lebensart des aktiven Gestaltens von Medien macht den Unterschied zu Früher. Heutige Jugendliche nutzen Medien nicht nur passiv(konsumierent) sondern sie nutzen sie aktiv(gestaltent).

Was ich abschließend nicht verschleiern möchte: Es kann durchaus auch eine Gefährdung von „Killerspielen“ ausgehen. Doch dies hat nichts mit „Point&Click“ zu tun, sondern mit Technologien, welche aus dem Filmgeschäft (Visual FX) stammen und in Zukunft in Spielen eingebaut werden. Darüber habe ich in meinem Block einen Artikel verfasst.


Linpus Linux Opened

15. März 2009

An English version with the same topic can be found at laptopmag.com..

Seit zwei Wochen bin ich stolzer Besitzer eines Acer Aspire One 110L. Wer sich mit Netbooks auskennt weiß, dass das L für Linux steht – Linpus Linux um genau zu sein.

Schon vor dem Kauf dieses kleinen äußerst praktischen Gerätes wusste ich, dass die Bootzeit absolut umwerfend ist: 15 Sekunden! Und das stimmt wirklich!

Die Oberfläche ist gewöhnungsbedürfig aber so wie das gesamte Betriebssystem für die geringe Auflösung optimiert und deshalb auch recht praktisch.

Alles super? Nicht ganz.

Wie ich feststellen musste, ist es für jemanden ohne Linuxkenntnisse nicht möglich einfach Software nachzuinstallieren. Linpus Linux wurde gemacht um im Auslieferungszustand genutzt zu werden. Persönliche Anpassungen finden da keinen Platz. Ich wollte 2 Sachen: 1. Gimp und 2. Schnellstartbuttons

Meine Linuxfähigkeiten sind rudimentär. Ich kann es benutzen, aber aufboren? Dafür brauch ich Hilfe.

Diese fand ich bei den Chemnitzer Linuxtagen 2009 am Stand von Fedora in der Person von Christoph Wickert.

Wieso Fedora? Hier gehts doch um Linpus Linux?
Linpus Linux baut auf Fedora auf. Das ist bekannt. Was nicht bekannt ist: Die Entwickler von Linpus Linux in Taiwan nahmen sich den Code und schrieben ihn um. Es gibt viele interessante Neuerungen, welche sie einbauen. Sie haben diese Änderungen aber nicht Open Source gemacht. Ein ziemlich glasklarer Fall einer GPL Violation. Wenn das nicht bald nachgeholt wird, sehe ich die Wahrscheinlichkeit eines Verkaufsstopps von Aspire One’s mit Linpus Linux in Deutschland als ziemlich hoch an. Aber das nur am Rande.

Nun zum interessanten Teil.

  1. Was kann das geöffnete Linpus Linux?
  2. Was muss ich machen um dahin zu kommen?

@1: Das geöffnete Linpus Linux startet genauso schnell und sieht auf den ersten Blick aus wie ein normales Linpus Linux – mit zwei Unterschieden:

  • Es gibt ein echtes Startmenü über das man alle Anwendungen auf dem Rechner ansprechen kann. Außerdem kann man auf dem Desktop (dort wo Linpus die 4 großen Symbolgruppen zeigt) rechtsklicken und erhält dort das Startmenü eingeblendet.
  • Man kann mit dem Paketmanager YUM, wie auf einem normalen Fedora System üblich, Software/Packete über eine grafische Schnittstelle installieren.

@2: Wie kommt man dahin?
Zu aller erst benötigt ihr ein Terminal. Das ist so eine schwarze Textkonsole. Unter Linux ist sie das mächtigste Werkzeug. Ihr findet sie in Linpus versteckt im Dateibrowser. Öffnet einfach eure „Eigenen Dateien“ und klickt dort auf „Datei“ und dann „Terminal“.

Tippt nun folgendes ein:

xfce-panel -a

Es öffnet sich das „Objekte zur Leiste hinzufügen“ Menü. Dort wählt ihr den „xfce-Menü Button“. (siehe Bild)
addbutton
Damit habt ihr jetzt bereits einen Startmenübutton in eurer Startleiste. Er steht nur an der falschen Stelle.

Um den Button an die richtige Stelle zu bringen muss eine Textdatei angepasst werden.

mousepad .config/xfce4/panel/panels.xml

Sorgt dafür, dass im Abschnitt Items das item mit dem Namen „xfce4-menu“ ganz oben steht. Speichern. Fertig.

startmenue

Wenn ihr nun euer System etwas anpassen wollt – zum Beispiel die dicken XP ähnlichen Fensterrahmen durch kleinere hübschere ersetzen, oder welche im Mac Stil – dann tippt in die Konsole:

xfce-setting-show

Es öffnet sich dann dieses Fenster:
Unter Fenstermanager könnt ihr euch einen passeden Stil aussuchen. Das ganze geht übrigends auch über: Startmenü > Einstellungen > Fenstermanagereinstellungen
(Übrigens, im ersten Bild oben, sieht man den „meenee“-Stil den ich gewählt habe. Das spart noch etwas Platz.)

Viele der orginalen Fedora Fenster sind nicht für eine so niedrige vertikale Auflösung geeignet. Deshalb müsst ihr manchmal den OK-Button „blind“ suchen. Über Tab (die Taste mit den beiden Pfeilen) könnt ihr alle Buttons eines Menüs anspringen – auch die verdeckten. Und dann müsst ihr nur Enter drücken.

Am einfachsten könnte es gehen, wenn man einen Bildschirm anschließt der eine höhere Auflösung unterstützt. Das habe ich aber noch nicht gemacht.

Wenn ihr wollt, dass das Startmenü aufpoppt, wenn ihr auf dem Desktop rechtsklickt, dann könnt ihr das im Fenster „Desktop preferences“ unter „Behavior“ einstellen. Einfach ein Häckchen im entsprechenden Kästchen machen.

Von hier ab müsst ihr allein euren Weg finden. Ich habe selbst noch keine großen Fedora Erfahrungen. Aber in den Fedoraforen im Internet gibts bestimmt noch mehr freundliche Helfer, so wie Christoph Wickert auf dem Linuxtag.


Juhuu! Lasst uns zu Tode wachsen!

24. Oktober 2008

Hin und wieder findet man im Forum von Telopolis, zwischen vielen Trollen, auch wirklich interessante Hinweise. Und zwar ging es um das Thema „Finanzkrise“. In der Diskussion wurde auf ein Video verlinkt welches ich auch gleich verlinken möchte. Allerdings vorher noch ein anderes – weil es noch fundamentaler und grundlegender ist: http://de.youtube.com/watch?v=F-QA2rkpBSY (8 Teile a 10 min, Englisch)

In diesem Video erklärt Prof. Dr. Bartlett, auf eine sehr einfache und eindringliche Art und Weise, wie unglaublich falsch Menschen bei der Beurteilung von Wachstum sind. Besonders beängstigend sind seine Beispiele die zeigen, dass scheinbar die Personen die am dringensten den Effekt von exponentiellem Wachstum kennen sollten (Politiker), ihn einfach ignorieren. Daher auch die Überschrift „Juhuu! Lasst uns zu Tode wachsen!“.

Nachdem uns im vorherigen Video, eindrucksvoll gezeigt wurde wie planlose Menschen handeln, kommen wir nun zum angekündigten Video. Dieses beschreibt, was passiert wenn wenige ein System schaffen das so abstrus ist, dass die Mehrheit es einfach nicht glauben will. Es geht um die Frage „Woher kommt eigentlich das Geld?“. Wer jetzt glaubt er kenne die Antwort (Druckerpresse), der liegt leider daneben. Ich hatte es auch nicht gewusst, aber dieses Video bringt klarheit:
http://de.youtube.com/watch?v=vVkFb26u9g8 (5 Teile a 10 Min, Englisch)

Interessant ist, dass eine der Lösungen aus dem letzten Teil („lokale Währungen“) vor kurzem in Telopolis (und andere Medien wie z.B. dem Donaukurier) ebenfalls vorgestellt wurde.

Allein wegen Videos wie diesen beiden (und den TED Videos) kann ich nur jedem empfehlen sein Englisch zu pflegen/zu verbessern. Englische Videos gucken hilft! Wenns mal klemmt mit dem Verständnis: Pause drücken, nachschlagen und dann weiter gucken.


[Upd] Killerspiele – Wieso beide Seiten falsch liegen

24. September 2008

Bei der bisherigen Diskussion zum Thema „Killerspiele“ (furchtbar, diese BILDphrasen zu dreschen) rennen beide Seite an den Realität vorbei. Einerseits die Gruppe der „Verbieter“ die all das was sie nicht kennen und nicht nach biederem Blümchensex aussieht sofort als gesellschaftliche Gefahr ächten wollen, andererseits die Gruppe der Gamer die eine Gefährdung schon prinzipiell ausschließen. Allerdings ist beides zu kurz gedacht.

Die Spiele die bisher gespielt wurden sind, meiner Meinung nach, absolut ungefährlich und der „Ausbildung von Killern“ wird dadurch nicht Vorschub geleistet*. Im Grunde genommen sind Sie auf dem emotionalen Niveau von Versteckspielen (Angstshooter wie Doom) oder Fanger (Counter Strike, Quake). Das „Abschießen“ im Spiel ist qualitativ durchweg vergleichbar mit dem „Abschlagen“ beim Fangen oder Versteckspiel (vor allem wenn man die deutschen Versionen von Shootern zum vergleich nimmt).

Jeder der bei diesen Spielen eine ernsthafte Gefährdung unterstellt macht sich selbst unglaubwürdig.

Aber eine andere Entwicklung in der Spieleindustrie sollte uns Angst machen. Der zunehmende Realitätsgrad der Darstellung ist solange unproblematisch, solange die realistische Darstellung sich allein auf die visuelle Komponente bezieht.

Allerdings arbeiten diverse Softwareschmieden daran, das Verhalten von Computergegnern dem echter Menschen anzupassen. Und zwar ist hier nicht die Spieltaktik gemeint, sondern die Reaktion auf Schmerz, Verwundung und die Angst um das eigene Leben.  Ein Beispiel (eine KI gesteuerte „Ragdoll“), welches zu Ende gedacht diese Richtung nimmt:

Diese Komponenten zielen auf ein Basisemotion des Menschen ab: Mitleid.

Wenn ein Spiel nur dadurch gewonnen werden kann, indem man sein eigenes Mitleid überwindet, dann stellt dies eine ernsthafte Bedrohung für die gesamte Gesellschaft dar. Dieses Training beschränkt sich dann nämlich nicht mehr auf das Reaktionsvermögen sondern zielt auf eine emotionale Konditionierung ab.

Darin sehe ich die größte Gefahr. Nicht nur für die Gesellschaft, sondern auch für unser Hobby >>Computer Spiele<<. Denn hier würde eine härtere Vorgehensweise gegen die Hersteller und Verbreiter solcher Spiele gesellschaftlich absolut (überlebens-)notwendig werden. Mit den üblichen Kolleteralschäden, die wir von unserer politischen Klasse mittlerweile ja gewohnt sind. Das kann keiner von uns ernsthaft wollen.

*) Keine Gefahr bezieht sich hier auf Personen, welche im realen Leben anerkannt sind und in gefestigten soziale Strukturen leben. Eine Person, welche im echten Leben auf keinerlei Unterstützung, Hilfe und Anerkennung stößt, wird den dadurch erzeugten Frust irgendwann wieder abgeben. Und zwar auf dem erstbesten Weg. Falls das Ausüben von Gewalt dann als Lösungsweg erscheint, ist der Weg zur Straftat – bis hin zum Amoklauf – möglich. Gewaltspiele machen keine Amokläufer, aber sie graben den Kanal durch den sich die angestaute Wut ihre Bahn brechen kann.

Anstatt Gewaltspiele zu verbieten, sollte man lieber die Ursache für die aufgestaute Wut beseitigen. Personen die ganztägig einem Mobbing und/oder einer Nicht-Beachtung unterliegen, muss geholfen werden. Bei Kindern sind hier vor allem die Personen gefragt, welche a)verantwortlich für die Kinder und b) in diesem Zeitraum bei den Kindern sind. Also Lehrer/Erzieher/Trainer und Eltern. Wenn diese Personen einem Aussenseiter keine Aufmerksamkeit zukommen lassen oder – schlimmer noch – diese selbst mobben, kann dies die oben genannten folgen haben. Leider wird dies weder in den heute üblichen Betreuungsstrukturen abgebildet, noch haben die Verantwortlichen wirklich verstanden, dass sie es sind, von denen es abhängt, ob ein Mensch zum Gewalttäter wird oder nicht. Dabei ist anzumerken, dass vor Allem in jungen Jahren bereits dafür Sorge getragen werden muss, dass ein Kind nicht in eine „Versagerschiene“ rutscht. Es sind zwar 16-26 Jährige welche die Taten verüben, aber die Geschichte reicht meist deutlich weiter zurück.

Was außer Frage steht: Wer Freunde im echten Leben hat, und dort Erfolge feiern kann, aus dem macht kein nochso realistisches Spiel (der heutigen Prägung) einen Gewalttäter. Und Counterstrike ganz bestimmt nicht!


Besser als Fernsehn – Viel Besser!

4. August 2008

Youtube war für mich anfänglich so ne Blödel-Seite. Voll mit Selbstdarstellern, dummen Gelaber und halbwitzigen Malörchen.

Durch Zufall bin ich dann aber zum Vielnutzer geworden. Und zwar wegen diesem Chanel: TED Talks Director.

In diesem Chanel findet ihr die Aufzeichnungen der TED Konferenz aus Montreal (dem in Californien). Dort kommen Leute aus den Bereichen Technologie, Unterhaltung (Entertainment) und Design zusammen und stellen die Ideen vor, die sie für wertvoll halten.

Ich hab alle Seiten durch. Ich kann nur sagen: Unbedingt Anschauen!

Da sind Perlen dabei die man einfach gesehen haben muss. Zum Beispiel:

Also: Glotze auslassen und inspirieren lassen!


Firefox 3 Sucks! – Really

31. Juli 2008

Sorry, aber ich muss mir echt mal Luft machen.

Das die Leute bei Mozilla das Alt+S zum absenden, was quasi ein Webstandard ist, einfach mal ersetzen war schon dämlich. Aber man konnte es ja im about:config reparieren.

Aber die Aktion mit der neuen „Awesome Bar“ ist ja echt die Frechheit schlechthin!!

Wenn ich einen Browser runterlade, dann will ich ihn nutzen. SOFORT! Aber nein, ich muss erst dran rum schrauben, damit er überhaupt halbwegs so funktioniert wie man es erwartet (Erwartungskonformität ist ein Usability-Grundgesetz!).

Aber noch nicht mal das geht. Die Mozilla-Leute sind direkt auf Nummer sicher gegangen und haben den Address-Vorschlags-Algorythmus gleich mal ersetzt. Man kann zwar mit dem „oldbar“ Plugin die Optik wiederherstellen, aber die Funktion bleibt verloren.

So konnte ich bisher „d + ENTER“ drücken und kam bei delphiGL.com raus. Jetzt kann ich „de“ eingeben und bekomme alle jemals von mir besuchten deutschen Websiten angezeigt. Und delphiGL ist niemals auf platz 1. Wieso? Weil man google.de nunmal doch häufiger brauch. Wie kommt man nur auf die dämliche Idee nach Substrings in URLs zu suchen? Wieso? Und dann nichtmal optional.

Die neue Rendering Engine is Spitze. Aber was nützt der neue Motor, wenn man die Sitze durch Nagelbretter ersetzt!?

Einziger Rat den ich für andere Leidensgenossen habe: Ladet euch FF2. Den gibts noch bei Mozilla. Aus eigener Erfahrung mit diversen IDEs kann ich sagen: Lieber Zeit ins downgrading investieren und danach ohne Hass(!) arbeiten, als täglich das Tool verfluchen das man vor der Nase hat.

Update 26.09.2008: Nach einiger Überwindung habe ich Firefox ab 3.0.1 wieder eine Chance gegeben. Ohne irgend welche FF2 Imitationsplugins zu verwenden. Man muss sich einfach durchquälen. Nach 1-2 Tagen hat sich die neue Bar aufs Nutzerverhalten eingeschossen und ist dann wirklich nützlich.

Die Überschrift müsste also heißen: Firefox 3 Sucks! – Only at first!!.