Bankenkrise als Chance zur Entschuldung

13. Mai 2009

Als ich gerade in Gedanken versuchte die Informationen bezüglich der Bankenkriese in meinem Kopf zu ordnen, fiehl mir wieder die diversen Erklärungen zu unserem Geldsystem ein. Wir wissen daher ja, dass unser Geldsystem auf Schulden basiert. D.h., dass dem verliehenen Geld keine Werte entgegenstehen.

Die Regierungen der Wirtschaftsnationen fiehlen in letzter Zeit dadurch auf, dass sie zur Rettung von Banken Milliarden locker machten. Natürlich finanziert durch Staatsschulden. Und das ist bemerkenswert.

Nochmal ganz deutlich: „Wir Bürger (der Staat) nehmen Schulden auf, um denen Geld zu leihen, bei denen wir Schulden haben.“

Wie wärs, wenn wir als Gegenleistung von den Banken (die regelmäßig dem Staat Geld leihen und dafür Zinsen wollen) einfach einfordern, dass sie dem Staat Schulden in Höhe der (Rettungssumme *1,2) erlassen?

Oder noch besser: Wie wärs, wenn der Staat per Gesetz etwas Luft aus dem System nimmt. Schließlich verteuern die Schulden auch die erzeugten Produkte. Wie man die Luft rausläßt müssten Finanzwissenschaftler erklären können. Es handelt sich hier schließlich nur um ein von Menschen gemachtes System. D.h. es ist auch von Menschen änderbar.


Wieso nicht personalisierte Werbung?

19. April 2009

In den letzten Tagen konnte man bei heise.de lesen, dass zwei wohlbekannte Webportale (Wikipedia, Amazon) sich entschieden haben, einem „Werbedienstleister“ (Phorm) ihre Kundendaten nicht zur Verfügung zu stellen. Dieser Werbedienstleister wollte damit gezielter Werbung schalten.

An dieser Stelle muss man sich fragen, was denn an personalisierter Werbung schlecht ist.

Zu aller erst einmal ist der aktuelle Zustand in Sachen Werbung für den Konsumenten wie für den Werber nicht zufriedenstellend. Der Konsument wird bombardiert mit Informationen und Angeboten die ihn überwiegend nicht interessieren. Und der Werber muss, um überhaupt einen zählbaren Erfolg zu erreichen, sehr viele potentielle Konsumenten ansprechen, in der Hoffnung, dass ein paar darunter sind, die sein Produkt brauchen und kaufen.

Personalisierte Werbung soll das Problem dahingehend beheben, dass die Werber wissen für was sich ein Konsument interessiert um somit gezielt die entsprechenden Personen anzusprechen.

Nun gibt es dabei aber ein Problem: Werbung ist öffentlich. Der Erhalt der Werbung erfolgt nicht unter der Kontrolle des Konsumenten, sondern eben dann wenn die Werbung eintrifft. Weiterhin existieren Personen im Prozess, die wissen, dass sich Konsument XY für Angebote aus dem Bereich ABC interessiert und eventuell sogar wie viel Geld er üblicherweise dafür ausgibt.

Rein schon aus Datenschutzgründen sollte es jedem mündigen Bürger kalt dem Rücken hinunter laufen, wenn er den zweiten Punkt oben durchdenkt. Aber auch der erste Punkt ist nicht ohne. Und zwar aus dem Grund, dass man nicht mehr nur 1 Leben führt. Ich möchte das begründen:

Für 150 Jahren lebten die einfachen Menschen auf dem Lande noch in einem Leben. Das heißt, alles was sie taten, ob auf dem Feld oder zu Hause, war mehr oder weniger allen anderen Personen aus ihrem unmittelbaren Umfeld (der Familie) bekannt.

Mit der Industrialisierung änderte sich dies zum ersten mal. Es gab fortan 2 Leben: Das Private und das Arbeitsleben. Die Personen aus dem ersteren (Familie) wussten nicht wirklich was im zweiten Leben passierte und mit wem man interagierte und wieso, und die Arbeitskollegen wussten meist auch nicht allzuviel über die Familie.

Diese Entwicklung wurde durch das Internet noch verstärkt. Es kam aber hierbei nicht nur 1 weiterer Lebensbereich hinzu, sondern beliebig viele. Jede Community in der man sich aufhält stellt einen weiteren, abgetrennten Lebensbereich dar.

Es gibt Bereiche die wir dabei strickt von anderen getrennt haben wollen. Wir wollen eben nicht, dass jemand Verbindung über diese Bereiche hinweg herstellt. Beispiele gibt es hier viele: Die ausgelassene Urlaubsgemeinschaft und die Arbeitswelt; Eine Selbsthilfegruppe und die Freunde vom Sportverein; Vielleicht die Familie und geheime sexuelle Vorlieben; etc. …

Die personalisierte Werbung unterscheidet hier nicht. Sie will verkaufen. Sie sieht nur eine Person und spricht diese wann immer möglich an.

Es reicht nicht, einfach sicher zu stellen, dass die Werbung uns nur dann erreicht, wenn es für uns gelegen ist. Denn was bleibt ist ein System, welches Wissen über uns besitzt. Wissen, welches für uns unangenehm ist, ja dass wir vielleicht sogar fürchten.

Wenn man etwas fürchtet, dann wird man sein Verhalten so ändern, dass eben diese Bedrohung minimiert wird. Ein solches, umfassendes Werbesystem würde also unser Verhalten ändern. Dies nennt man einen unzulässigen Eingriff in die Privatsphäre eines Menschen. Wir sollten nicht nur darauf hoffen, dass es nicht dazu kommt. Wir, bzw. die unter uns, welche dies beeinflussen können, sollten sicherstellen, dass es dazu nicht kommt.


Elefantenrennen – Eine einfache Lösung für ein Stauproblem

5. März 2009

Jeder der auf der Autobahn unterwegs ist, und ich bin dies in der letzten Zeit regelmäßig, der kennt das Problem der „Elefantenrennen“: LKW1 überholt LKW2 mit einer Geschwindigkeitsdifferenz von 3Km/h.

Nun kommt der populistische Einfaltspolitiker natürlich schnell mit einem tollen Vorschlag: „Überholverbot für LKWs!!„.

Das ist nicht nur nicht zielführend  (Zitat aus der der Zeit: „auf der rechten Spur ein kompakter Lkw-Bandwurm, der etwa so schnell ist wie das langsamste Glied, und auf der linken eine geschlossene Kette von Urlaubsfahrern, die etwa so langsam vorankommen wie das schnellste Wohnwagengespann.“) sondern für die LKW Fahrer eine echte Zumutung. Man sollte einmal bedenken, wie entspannt man selbst fährt, wenn der Vordermann auch nur 2km/h langsamer ist als man selbst fahren will: Man wird schier wahnsinnig.

Eine Lösung die mir auf einer der letzten Fahrten kam ist einfach, technisch leicht umzusetzen und, ich wage zu behaupten, verkehrssicherer als die langsamen Überholmanöver die wir täglich beobachten dürfen: Der Speedboost.

Klingt abgedreht? Ist es aber nicht. Die Idee ist die: Wenn man den LKW Fahrer durch eine technische Vorrichtung erlaubt alle 15Min. die elektrische Geschwindigkeitsdrosselung für 15-20Sek. auszuschalten, könnten diese damit den Überholvorgang deutlich verkürzen.

Eine erhöhte Gefahr für Stauenden und der gleichen besteht dabei nicht, da der LKW Fahrer ja nicht dauerhaft „zu schnell“ unterwegs ist und Staus nicht plötzlich entstehen, sondern immer mit erhöhtem Verkehrsaufkommen zu tun haben. Außerdem gilt für den LKW Fahrer was für jeden Kraftfahrer gilt: Er muss so fahren, dass er jederzeit sein Fahrzeug im Gefahrenfall rechtzeitig zum Stehen bringen können muss. D.h. überholt wird nicht vor Kurven.

Durch den Speedboost müssten die Brummis auch nicht so dicht aufeinander auffahren um zu überholen. Schon allein das würde eine Reduktion des Unfallrisikos darstellen.

Der Werbefachmann würde texten: Speedboost – schont die Nerven aller Autofahrer!


Das Ölfeld „Tupi“ – oder wie man Klimaschützer zum weinen bringt

15. April 2008

Seit gut zwei Jahren schien die Welt der Klimaschützer wohl geordnet. Auf der einen Seite die Wirtschaft mit ihren willigen (weil gut bezahlten) „Freunden“ wie z.B. George W. Bush, und auf der anderen Seite NGOs wie z.B. Green Peace. Auf der Seite der „Guten“ (der NGOs) standen bisher auch die Bevölkerung und damit, welch Überraschung, auch viele Politiker.

Im letzten Jahr hat sich dann auch einiges getan. Die Meinung der Bevölkerung das Klima und die Welt schützen zu müssen war und ist gefestigt. In Australien wechselte die Regierung mit der Folge, dass Australien das Kyoto-Protokoll unterschrieb. Die EU setzte sich sportliche Klimaschutzziele und die Bevölkerung in der EU befand es gut und richtig. Schließlich war man fast täglich Zeuge von Naturkatastrophen und Rekordpreisen beim Öl.

Was die Öl-Preise damit zu tun haben? Ganz einfach: Klimaschutz bedeutet für viele einfach „Verbrauch senken“. „Verbrauch senken“ bedeutet, bezogen aufs Auto, weniger Geld für Sprit bezahlen. Klimaschutz ist also „ne dolle Sache“ (wie unser Ex-Autokanzler sagen würde). Außerdem haben die hohen Öl-Preise den Menschen klar gemacht wie abhängig man doch vom Öl ist. Diese Erkenntnis ist aber nicht gaaaanz so neu. Schon bei den ersten Ölkriese 1973 und 1979/80 merkte man das deutlicher als man wollte.

Was waren die Folgen? In den darauf folgenden Jahren fing man an massive Öl-Reserven in Deutschland anzulegen um bei einer erneuten Ölkriese gegensteuern zu können. Auch fing man an alternative Energieträger zu erforschen. Und heute? Heute hat man den Klimaschutz und die Verbrauchsreduktion als Lösung angesetzt.

Und was ist jetzt mit dem Feld? „Tupi“ wird der Klimaschutzbewegung wie ein fetter Frosch im Hals stecken. Beginnt die Förderung in kurzer Zeit (bei den aktuellen Ölpreisen seeeehr verlockend) dann wird der Öl-Preis wohl sinken. Nicht auf angenehme Werte, aber um ca. 10-15% sollte möglich sein. Mit der Folge, dass der automobilisierte Mensch das mit dem Klimaschutz nicht mehr ganz so dringlich sieht. (Wir erinnern uns: Klimaschutz ist gut weil Klimaschutz = weniger Verbrauchen ist und weil weniger Verbrauchen = weniger Bezahlen ist.)

Ich vermute das „Tupi“ dem Klimaschutz gehörig Wind aus den Segeln nehmen wird. Sinkende Öl-Preise senken die relevanz des Themas beim autofahrendem Volk. Dadurch sinkt üblicherweise auch die Bereitschaft der „Volks-Politiker“ zu schmerzhaften Reformen. Sinkende Öl-Preise machen es Startups die alternative Treibstoffe entwickeln schwer kostendeckend zu arbeiten. Es sei erwähnt, dass bereits nach den ersten Öl-Kriesen die Forschung an alternativen Energieträgern begann. Aber sie verlor in gleichem Maße an Bedeutung wie die Ölpreise an Höhe.

Und die Lösung? Nun, was ich sage wird einigen (B/V)WLern wehtun: Gesetzliche Vorgaben sind der einzige Weg um Klimaschutz zu erreichen. Der Markt ist unfähig längerfristige Gewinne zu honorieren. Klimaschutz zahlt sich aber erst langfristig aus.

Ohne harte gesetzliche Vorgaben für die Industrie, werden sich die Klimaziele nicht erfüllen lassen. Leider gibt es eine sehr starke Gegenkraft zur Vernunft in der Politik: Lobbyismus. Inwieweit man dagegen angehen kann ist allein Abhängig von der Stimmung in der Bevölkerung. Wie es weiter geht? Keine Ahnung. Aber wir werden es erleben…