Keine Piraten bei der Bundestagswahl? Undenkbar!

11. Juni 2009

Wie ihr vielleicht mitbekommen habt, haben die Piraten bei der Europawahl mit fast 230.000 Stimmen als 11. stärkste Kraft in Deutschland die Wahlen absolviert. Für die schwedischen Piraten lief es sogar noch besser. Dort wurden 7,1% aller Stimmen gesammelt und man ist als 3. stärkste Kraft in das europäische Parlament eingezogen.

Wer nun glaubt, bei der Bundestags- bzw. Landtagswahl werden die 230.000 Stimmen nochmal getoppt, dem muss ich sagen, dass das noch gar nicht so sicher ist. Schließlich können nur die Parteien gewählt werden, die auch auf dem Stimmzettel stehen. Und da fehlen für die einzelnen Bundesländer noch Unterstützungsschriften. Ja richtig gehört. Wenn in den einzelnen Bundesländern nicht jeweils 1.000 Unterstützer (für die Landtagswahl bzw. 2.000 für die Bundestagswahl) zusammen kommen, dann steht auf dem Wahlzettel PIRATEN einfach nicht drauf (hier ist der aktuelle Stand). In dieser Beziehung haben die rechtsgerichteten Parteien natürlich keine Probleme. Dort werden die Kameraden zum Unterstützen abkommandiert. (Jedenfalls stell ich mir das so vor.) Die Unterstützer der Piraten sind jedoch “lose gekoppelt” und deshalb schwerer zu koordinieren. Um diesem Problem zu begegnen haben sich die deutschen Piraten diese Lösung ausgedacht:

http://ich.waehlepiraten.de/

Und so gehts:

  1. Geht auf die Seite und ladet euch das Unterstützerformular für euer Bundesland herunter. (In der Liste “Landesverbände” links findet ihr das Formular auch für die anderen Bundesländer die nur für die Landtagswahl sammeln (wie z.B. Sachsen).)
  2. Füllt das Formular aus. Wichtig dabei ist das ordentlich zu machen. Das ist ein offizielles Dokument. Wenn es aus formalen Gründen (rumgeschmiere, Durchstreichungen, etc.) ungültig ist, dann hat eure Arbeit nichts genutzt. (Wichtig ist auch: Ihr dürft pro Wahl diese Unterstützerschrift nur für eine Partei leisten.)
  3. Schickt das unterschriebene(!) Formular zu eurem Piraten-Landesverband. (Die Unterschrift ist wichtig, damit euer Landesverband die Bescheinigung einholen kann, dass ihr Wahlberechtigt seid. Wenn ihr selber zur Gemeinde (Wahlbehörde resp. Einwohnermeldeamt) geht und den Stempel drauf machen lasst, geht’s auch ohne)

Wichtig: Als Unterstützer seit ihr später nicht verpflichtet die Piraten zu wählen! Es geht nur darum, dass sie auf dem Stimmzettel erscheinen.

Schön wär’s natürlich trotzdem… ;)

Das wäre die 0815 Methode. Da aber noch einige Unterschriften fehlen wäre folgendes eine feine Sache:

Druckt euch das Formular mehrfach aus (z.B. 10, 20, 50 was auch immer) und geht bei euch im Ort auf Unterstützer suche. Egal ob eure Oma, Geschwister, Freunde im Sportverein oder Jugendclub. Hauptsache die Unterstützer sind Wahlberechtigt. Und wie gesagt, sie müssen dann nicht für die Piraten stimmen. Es geht allein um die Möglichkeit für die Piraten zu stimmen.

Wenn ihr einige solche Unterstützungsformulare zusammen habt, dann könnt ihr noch etwas machen (was sonst der Landesverband machen muss.) Gebt die Formulare zur Prüfung zu eurer Wahlbehörde (üblicherweise das Einwohnermeldeamt.). Die gucken nach, ob die Unterstützer bei ihnen als Wähler gelistet sind. Wenn ja ist alles super, wenn nein könnte es sein, dass die Person wo anders gemeldet ist (oder halt nicht wahlberechtigt, was schade wäre).

Es ist also wichtig zu wissen, wo eure Unterstützer gemeldet sind, um das Formular offiziell zu bestätigen.

Das muss sein! (Sonst könnte man ja 1.000 Namen erfinden oder einfach mal alle Schüler einer naheliegenden Schule unterzeichnen lassen… Ersteres wäre wohl sogar Urkundenfälschung oder Betrug. Also ja nicht probieren. Das geht eh nicht!)

Schickt in jeden Fall die Formulare am Ende zum entsprechenden Landesverband der Piraten. Die machen auch solche Sammelaktionen, aber ohne unsere Unterstützung wird das eine zu knappe Kiste…


Kampf den Seeräubern!

1. Juni 2009

Diesen Artikel hatte ich am 11.01.2009 geschrieben. Ich wollte ihn veröffentlichen, wenn es wieder was zum Thema “Somalische Seeräuber” gibt. Einen Anlass hatte ich dazu verpasst (Asche auf mein Haupt…). Jetzt habe ich aber auf Telopolis einen aktuellen Artikel dazu gefunden. Den verlinke ich am Artikelende.

Könnt ihr euch noch an den (besser die) Öltanker erinnern, welche (regelmäßig) vor dem Horn von Afrika von Piraten gekapert wurde(n)?

Die Bundesregierung – ach was – die EU macht jetzt was dagegen. Die Bundesmarine schickt Schiffe um die Piraten von bösen Taten abzuhalten. Sie hat sogar ein “robustes Mandat”, so dass sie, wenn nötig, den Piraten auch ordentlich eins mitgeben kann.

Im Fernsehn (hin und weder guck ich da auch mal rein) sah ich einen Bericht über die Fischer/Piratendörfer aus denen das Übel erwächst.
Die Leute dort haben NICHTS mehr zu verlieren. Fischen geht nicht mehr, die Gewässer wurden leer gefischt – natürlich nicht von den Leuten dort mit der primitiven Technik, sondern von Industriefischern. Arbeit gibt es sonst keine – Somalia ist allgemein nicht unbedingt als boomender Wirtschaftsstandort bekannt – nach den Jahren der Unruhe im Land auch nicht verwunderlich. Also was macht man, wenn fremde Leute kommen und einem die Lebensgrundlage entziehen? Man geht hin und nimmt den fremden Leuten was weg. Mundraub steht ja eigentlich nicht unter Strafe – dumm nur, dass man Schiffe und Öl nicht essen kann. Deshalb sagen jetzt alle “Pfui! Böser Pirat!”. Die sind dort aber auch doof. Sich gegenseitig umbringen ist Ok. Aber wehe, du nimmst den armen westlichen Ölmulties ihre Schiffchen weg. Na gut – leere Schiffchen sind ok. Aber volle?! Das geht gar nicht!

Ich persönlich frage mich nur, wie lange es dauert bis die Dörfer selbst in den “Lösungsprozess” einbezogen werden. Also militärisch bekämpft, oder besetzt werden.

Das man den Leuten dort das Piraterieren hätte frühzeitig abgewöhnen können, indem man ihnen was zu tun, und vor allem was zu essen gibt, will niemand wissen. Noch nicht mal in den Medien war das ein Thema. Naja…mal paar Waffen ausprobieren und Präsenz zeigen, ist außenpolitisch auf viel cooler.

Nebenbei: Das gleiche Problem kommt auch auf die EU im Süden zu. Momentan geben sich die illegalen Einwanderer noch damit zu frieden sich mit Walnussschalen auf dem Mittelmeer selbst zu versenken. Wenn die irgendwann auf die Idee kommen, auf dem Mittelmehr als Piraten tätig zu werden… Vielleicht sollte man Marokko, Tunesien und Co. dafür bezahlen, dass die an ihren Grenzen bereits die Flüchtlinge abfangen. Vielleicht auch umbringen – die brauch ja eh keiner. Falls das zynisch klingt – ich habe meinen Ton dem Ton der Politik angepasst.

Hier der Artikel bei Telopolis:  Somalia: ein zweites Afghanistan?


Wahlempfehlung für die Europawahl 2009

26. Mai 2009

Da ich per Breifwahl abstimmen werde habe ich den Stimmzettel für die Europawahl (Wahltag für alle nicht Briefwähler ist 07.06.2009) bereits gesehen.

Ich möchte euch allen die Nummer 29 “PIRATEN – Piratenpartei Deutschland” nahelegen. Dafür gibt es einige gute Gründe die ich im nächsten Abschnitt aufführe.

Zuerst aber über die Piraten. Diese Partei rekrutiert sich aus Personen aus dem Naturwissenschaftlich-Technischem Bereich. Mit dabei sind viele ITler. Das ist für alle die wichtig, die gern Leute über das Internet entscheiden lassen wollen, die Ahnung von der Materie haben.

Wieso Piraten wählen?

1. Die Mitglieder des Europaparlaments stammen überwiegend aus einem nicht IT nahen Umfeld. Auf gut deutsch: Sie haben von Computern keine Ahnung. Allerdings wird im Europaparlament Politik gemacht die am Ende von der deutschen Regierung verpflichtend umzusetzen ist. Es stehen hier konkret Entscheidungen an, welche IT Wissen voraussetzen.

Beispiele:

  • Softwarepatente: Softwarekonzerne wollen diese Patente. Damit können sie Hobbyprogrammierer davon abhalten Software zu erstellen die vergleichbar mit ihrer eigenen ist, aber billiger und besser. Softwarepatente gefährden die OpenSource Bewegung.
  • Copyright: Multimediakonzerne haben in Brüssel eine starke Lobby. Sie wollen das Urheberrecht immer weiter verschärfen. Ziel soll sein, dass keiner unentgeltlich Kopien von Medien anfertigen darf. Auch du nicht! Auch keine Sicherheitskopie! Auch nicht nur zur Privatverwendung! Gar nicht. Sie wollen auch nicht, dass ihr Material künstlerisch frei genutzt werden darf (Stichwort Mashup oder Sampling). Das einzige was sie wollen ist Geld. Nicht für die Künstler. Die bekommen nur die Krumen, den Kuchen bekommen die Konzerne.
  • Überwachungsgesellschaft: Da die Parlamentarier keine Ahnung von der Technologie haben, können sie die Folgen nicht abschätzen und fragen halt jemand. Nur haben die Datenschützer und Bürgerrechtler dort keine Stimme. Wer berät sie? Auch hier wieder Konzerne. Gerne aber auch Sicherheitshardliner. Wir brauchen Leute im Parlament, welche die freiheitlichen Bürgerrechte gegen den Überwachungswahn verteidigen.

2. Die anderen “etablierten” Parteien erhalten genügend Stimmen. Auch ohne eure Hilfe. Denn die ahnungslosen Pflichtgefühlwähler machen ihre Kreuze sowieso bei den Parteien bei denen sie schon immer Kreuze gemacht haben. Ihr braucht also keine Angst haben, dass eure bisherige Mainstreampartei leer ausgeht.

3. Die anderen wichtigen Themen die nicht technologiebasiert sind, werden von allen anderen Parteien abgedeckt. Für diese Themen ist gesorgt. Internet, Softwarepatente, Copyright und Co. wird aber eher stiefmütterlich behandelt, so am Rande. Das ist aber fatal, da diese Themen im Leben eines modernen Bürgers zentral ist. Welches Medium bietet denn die beste und umfassendste Informationsgrundlage? Das Internet. Fernsehn, Radio und Presse werden von BWLern gesteuert. Dort geht es um Gewinn, nicht um journalistische Qualität.

Wie siehts mit den anderen Großen Parteien aus?

  • CDU und SPD… dazu brauch man eigentlich kaum was sagen, oder? Nur ein paar Namen: Wolfgang Schäuble (CDU), Ursula “Zensursula” v.d. Leyen (CDU), Otto Schilly (SPD). Und noch ein paar “Errungenschaften” bzw. Ziele:  “Großer Lauschangriff”, “Bundestrojaner”/Heimliche Onlinedurchsuchung, “Vorratsdatenspeicherung”, “Hackerparagraf”, “Onlinezensur”.
  • FDP: Weiter oben habe ich beschrieben, welche Gruppen die EU Politik am härtesten mit Lobbys bearbeiten. Konzerne (und die Agrarlobby. Hinter der stehen aber Lebensmittelkonzerne wie Nestle, Monsanto, etc.) Welche Partei ist bekannt dafür Politik nur nach Konzernen, aber nicht nach Menschen auszurichten? Ihr kommt sicher selber drauf.
  • Die Grünen und die Linken: Ihre restlichen Wahlprogramme sind nicht wirklich 100% mit meinen Vorstellungen vereinbar. Das einzig positive war bisher, dass sich diese beiden Parteien bei den Themen die ich oben aufgeführt habe richtig verhalten haben. Das mag an der Altersstruktur der Parteien liegen. Abgesehen von Erneuerbaren Energien und alternativen Antriebskonzepten bin ich aber kein heißer Verfechter dieser Parteien.

GEHT WÄHLEN!!

Ziel muss es sein, Leute zu wählen, welche sich den FREIHEITLICHEN BÜRGERRECHTEN verpflichtet fühlen und nicht Parteiinteressen oder dem persönlichen Vorteilen, welche Konzerne versprechen. (Manche nennen es Lobbyarbeit. Ich würde es Korruption nennen.)


Bankenkrise als Chance zur Entschuldung

13. Mai 2009

Als ich gerade in Gedanken versuchte die Informationen bezüglich der Bankenkriese in meinem Kopf zu ordnen, fiehl mir wieder die diversen Erklärungen zu unserem Geldsystem ein. Wir wissen daher ja, dass unser Geldsystem auf Schulden basiert. D.h., dass dem verliehenen Geld keine Werte entgegenstehen.

Die Regierungen der Wirtschaftsnationen fiehlen in letzter Zeit dadurch auf, dass sie zur Rettung von Banken Milliarden locker machten. Natürlich finanziert durch Staatsschulden. Und das ist bemerkenswert.

Nochmal ganz deutlich: “Wir Bürger (der Staat) nehmen Schulden auf, um denen Geld zu leihen, bei denen wir Schulden haben.”

Wie wärs, wenn wir als Gegenleistung von den Banken (die regelmäßig dem Staat Geld leihen und dafür Zinsen wollen) einfach einfordern, dass sie dem Staat Schulden in Höhe der (Rettungssumme *1,2) erlassen?

Oder noch besser: Wie wärs, wenn der Staat per Gesetz etwas Luft aus dem System nimmt. Schließlich verteuern die Schulden auch die erzeugten Produkte. Wie man die Luft rausläßt müssten Finanzwissenschaftler erklären können. Es handelt sich hier schließlich nur um ein von Menschen gemachtes System. D.h. es ist auch von Menschen änderbar.


Wieso nicht personalisierte Werbung?

19. April 2009

In den letzten Tagen konnte man bei heise.de lesen, dass zwei wohlbekannte Webportale (Wikipedia, Amazon) sich entschieden haben, einem “Werbedienstleister” (Phorm) ihre Kundendaten nicht zur Verfügung zu stellen. Dieser Werbedienstleister wollte damit gezielter Werbung schalten.

An dieser Stelle muss man sich fragen, was denn an personalisierter Werbung schlecht ist.

Zu aller erst einmal ist der aktuelle Zustand in Sachen Werbung für den Konsumenten wie für den Werber nicht zufriedenstellend. Der Konsument wird bombardiert mit Informationen und Angeboten die ihn überwiegend nicht interessieren. Und der Werber muss, um überhaupt einen zählbaren Erfolg zu erreichen, sehr viele potentielle Konsumenten ansprechen, in der Hoffnung, dass ein paar darunter sind, die sein Produkt brauchen und kaufen.

Personalisierte Werbung soll das Problem dahingehend beheben, dass die Werber wissen für was sich ein Konsument interessiert um somit gezielt die entsprechenden Personen anzusprechen.

Nun gibt es dabei aber ein Problem: Werbung ist öffentlich. Der Erhalt der Werbung erfolgt nicht unter der Kontrolle des Konsumenten, sondern eben dann wenn die Werbung eintrifft. Weiterhin existieren Personen im Prozess, die wissen, dass sich Konsument XY für Angebote aus dem Bereich ABC interessiert und eventuell sogar wie viel Geld er üblicherweise dafür ausgibt.

Rein schon aus Datenschutzgründen sollte es jedem mündigen Bürger kalt dem Rücken hinunter laufen, wenn er den zweiten Punkt oben durchdenkt. Aber auch der erste Punkt ist nicht ohne. Und zwar aus dem Grund, dass man nicht mehr nur 1 Leben führt. Ich möchte das begründen:

Für 150 Jahren lebten die einfachen Menschen auf dem Lande noch in einem Leben. Das heißt, alles was sie taten, ob auf dem Feld oder zu Hause, war mehr oder weniger allen anderen Personen aus ihrem unmittelbaren Umfeld (der Familie) bekannt.

Mit der Industrialisierung änderte sich dies zum ersten mal. Es gab fortan 2 Leben: Das Private und das Arbeitsleben. Die Personen aus dem ersteren (Familie) wussten nicht wirklich was im zweiten Leben passierte und mit wem man interagierte und wieso, und die Arbeitskollegen wussten meist auch nicht allzuviel über die Familie.

Diese Entwicklung wurde durch das Internet noch verstärkt. Es kam aber hierbei nicht nur 1 weiterer Lebensbereich hinzu, sondern beliebig viele. Jede Community in der man sich aufhält stellt einen weiteren, abgetrennten Lebensbereich dar.

Es gibt Bereiche die wir dabei strickt von anderen getrennt haben wollen. Wir wollen eben nicht, dass jemand Verbindung über diese Bereiche hinweg herstellt. Beispiele gibt es hier viele: Die ausgelassene Urlaubsgemeinschaft und die Arbeitswelt; Eine Selbsthilfegruppe und die Freunde vom Sportverein; Vielleicht die Familie und geheime sexuelle Vorlieben; etc. …

Die personalisierte Werbung unterscheidet hier nicht. Sie will verkaufen. Sie sieht nur eine Person und spricht diese wann immer möglich an.

Es reicht nicht, einfach sicher zu stellen, dass die Werbung uns nur dann erreicht, wenn es für uns gelegen ist. Denn was bleibt ist ein System, welches Wissen über uns besitzt. Wissen, welches für uns unangenehm ist, ja dass wir vielleicht sogar fürchten.

Wenn man etwas fürchtet, dann wird man sein Verhalten so ändern, dass eben diese Bedrohung minimiert wird. Ein solches, umfassendes Werbesystem würde also unser Verhalten ändern. Dies nennt man einen unzulässigen Eingriff in die Privatsphäre eines Menschen. Wir sollten nicht nur darauf hoffen, dass es nicht dazu kommt. Wir, bzw. die unter uns, welche dies beeinflussen können, sollten sicherstellen, dass es dazu nicht kommt.


Neue Trachten für das Erzgebirge

15. April 2009

Als kürzlich US Präsident Obama über den Rhein flanierte um unsere Kanzlerin zu begrüßen, prägte sich mir ein bestimmtes Bild ein. Und zwar als der US Präsident auf deutscher Seite von zwei jungen Mädchen in lokaler Tracht begrüßt wurde. Auf der einen Seite stand da der junge, dynamische, Web2.0 US Präsident, geradezu ein Symbol für Hoffnung auf Fortschritt und Zukunft, auf der anderen Seite das traditionsreiche, unpraktische, man möchte sagen, das „alte Europa“.

Obama und die Badener-Trachten-Mädels. (Bild von DPA, gefunden bei westfaelische-nachrichten.de)

Obama und die Badener-Trachten-Mädels. (Bild von DPA, gefunden bei http://westfaelische-nachrichten.de)

Als ich dieses Bild vor Augen hatte kam mir der Gedanke, wie ein solcher Empfang im Erzgebirge ausgesehen hätte. Die überbordend dekorierten, ja kitschigen Trachten der südlichen Regionen gibt es bei uns im Gebirge nicht. Bei uns stammen die Trachten aus dem Arbeitsleben einer Branche die unsere Region geprägt hat – dem Bergbau. Doch haben diese Trachten noch Relevanz?

Ich möchte dieses Thema in den nächsten Punkten diskutieren. Meine Aussagen werde ich nummerieren, so dass Antworten auf einzelne Aussagen leichter zu adressieren sind.

  1. Trachten werden häufig mit Tradition gleichgestellt bzw. verwechselt.

  2. Trachten entstanden aber als Erkennungszeichen sozialer bzw. lokaler Gruppen. Erst über die Zeit hinweg wurde das Tragen einer Tracht zur Tradition die sich auch dann noch hielt, als die Tracht selbst an Wichtigkeit verlor.

  3. Das Habit und die Bergbautradition sind historisch mit dem Erzgebirge verwachsen. Doch ist diese Tracht für die Menschen mittlerweile ohne Bedeutung. Sie wird nur noch zu wenigen bestimmten Anlässen wie z.B. Umzügen in der Art eines Kostüms getragen. Einzelpersonen tragen das Habit z.B. niemals beim Kirchgang oder bei privaten Festen. Es mag Regionen geben wo die historische Tracht auch heute noch getragen wird (man denke an den Kirchgang in Lederhosen in Oberbayern). Im Erzgebirge existiert keine so gelebte Tracht.

Sieht man diesen Zustand als einen zu beseitigenden Mangel an, so muss man sich fragen was eine Tracht eigentlich ist?

  1. Trachten müssen verschiedene Dinge leisten um als Tracht gelebt zu werden:

    1. Identifikation
      Die Tracht muss in den Farben und Symbolen ihre Träger repräsentieren und der gegenseitigen Identifizierbarkeit dienen.

    2. Würde
      Der Träger der Tracht soll durch diese nicht zum Gespött der Leute werden, sondern dem Unbeteiligten vermitteln: „Ich gehöre mit Stolz zu dieser Gruppe.“

    3. Angemessen
      Die Tracht muss geeignet sein um bei vielen verschiedenen, offiziellen wie privaten, Anlässen getragen zu werden. Dies reicht von der Hochzeit über den Schulanfang bis zu offiziellen Empfängen. Wer eine Tracht trägt, darf durch diese nicht negativ auffallen.

    4. Tragbar
      Die Tracht muss vom Träger selbst angelegt werden können. Sie muss weiterhin praktische Elemente haben (z.B. Taschen) damit das Tragen der Tracht keine übermäßige Belastung darstellt.

    5. Individuell
      Eine Tracht ist keine Uniform. Sie gibt den Rahmen vor in dem sich der Träger bzw. seine unmittelbare Gruppe verwirklichen kann. Die Tracht kann in verschiedenen Stoffen gefertigt und unterschiedlich Aufwändig verziert sein.

Nachdem die Funktion bestimmt ist, bleibt die Frage wie eine moderne Tracht für das Erzgebirge aussehen könnte.

  1. Im Gegensatz zu früheren Zeiten gibt es heutzutage nicht mehr nur eine Branche, welche zur Identifikation der gesamten Region taugt.

  2. Des weiteren gibt es für kaum eine Berufsgruppe mehr „Ausgehuniformen“ wie z.B. das Habit bei den Bergleuten.

  3. Aus den letzten beiden Punkten lässt sich folgern, dass eine arbeits- bzw berufsorientierte Tracht nicht mehr zeitgemäß und für den Zweck deshalb unangemessen ist.

  4. Die heutige Kleidung, welche bei vielen Anlässen getragen wird um angemessen gekleidet zu sein, ist der Anzug.

  5. Der Anzug ist aber bewusst unauffällig und schlicht gehalten. Er bietet eben gerade keine Identifikationsfunktion. Vor allem nicht zur Unterscheidung lokaler Gruppen.

  6. Der Anzug beim Mann bringt bereits die Angemessenheit und Tragbarkeit mit, welche für eine Tracht zu Wünschen ist. Auch ein Maß an Würde wird ihm, durch den allgemeinen Einsatz bei wichtigen Ereignissen, zugesprochen. Das gleiche gilt für das Businesskostüm bei Frauen.

  7. Eine Tracht sollte deshalb meiner Meinung nach aus diesen „Geschäftskleidern“ heraus entwickelt werden. Die Punkte „Identifikation“ und „Individualisierbarkeit“ gilt es geschickt einzubinden.

  8. Grundfarben zur Identifikation der Erzgebirgler können aus dem neuen Kreiswappen abgeleitet werden. Die neutralen Farben Schwarz und Weiß, die typische Farbe Grün sowie als Kontrastpunkt z.B. für Stickereien Gold. Bergbausymbole oder Symbole aus dem heimatlichen Gemeindewappen können als Details verarbeitet werden.

  9. Ob Farben ausreichen um eine Identifikation zu erreichen oder ob man weiter geht bleibt offen. So könnte man z.B. nach einem alternativen aber dezenten „Halzschmuck“ für den Mann suchen um sich von der „Geschäftskleidung mit Krawatte“ abzugrenzen.

Soweit meine Gedanken zum Thema Trachten. Die historischen Bergmannstrachten haben ihre Berechtigung bei den traditionellen Anlässen. Doch bin ich der Meinung, dass es an gelebten Trachten im Erzgebirge fehlt. Weiterhin glaube ich, dass die Menschen eine vernünftige (d.h. nicht kitschige) und vor allem tragbare Tracht durchaus aufnehmen würden. Man bedenke den Anklang den die „Haamitland Arzgebirg“ Marke gefunden hat.

Ich bin kein Modedesigner, deshalb kann ich hier keine konkreten Schnitte oder Zeichnungen präsentieren. Doch ich denke es gibt im Erzgebirge genügend Menschen mit Gefühl für Farbe, Form und Stoffen die ihre Gedanken zu diesem Thema zu Papier bringen können. Ich bin sehr gespannt ob mein Vorschlag von den Erzgebirglern positiv aufgenommen, oder abgelehnt wird.


Hier gibts was auf die Ohren

25. März 2009

Frische Musik braucht das Land? Ich hab da mal was vorbereitet.

Themenkomplex 1 – Mashups

Was zur Hölle sind Mashups?

Mashup nennt man laut Wikipedia die “die Erstellung neuer Inhalte durch die nahtlose (Re-)Kombination bereits bestehender Inhalte.”
Das heißt z.B. bei Musik, dass man mehrere existierende Musikstücke nimmt, und Teile davon so zusammen mischt, dass ein neues Musikstück entsteht, ohne das man diesem die Zusammenstückelung anhört.

Eine seeeehr interessante Seite zu diesem Thema ist http://www.mashuptown.com/.

Einige Künstler dort belassen es nicht nur beim Kombinieren, sondern sie verändern auch Melodieläufe bestehender Titel. Z.B. extrahieren sie die Gesangsspur aus Titel 1 und legen diese auf die Melodie von Titel 2. Beeindruckendes Beispiel dafür ist “Mercy for Roxanne“. Das beste ist dann noch, dass bei MashupTown die Tracks als mp3 direkt gespeichert werden können. Also füttert eure Sammlungen und Player mit neuen Songs.

Vielen von euch wird das Projekt ThruYou bereits bekannt sein. Für alle anderen gibts hier eine Kurzzusammenfassung:

Man nehme einen israelischen Künstler namens Kutiman, gebe ihm ein Videoschneideprogramm, einen Zugang zu Youtube und viiiiel Zeit und man bekommt:
8 geniale Tracks, zusammengestellt aus Soundsamples die alle möglichen Leute bei Youtube veröffentlicht haben. Wer also schonmal sein Schlagzeug, Hamondorgel oder Gitarre dort vorgeführt hat, könnte sich bei ThruYou wieder finden.
Die Website auf die ich oben verlinkt habe dient gleichzeitig als Player. Die Titel laufen nacheinander durch.

Themenkomplex 2 – Der Rest ;)

Auf der Suche nach coolen Versionen des Raumpatrouille Orion Themas stieß ich auf eine Heidelberger Band die eine interessante Mischung aus Jazz&Rock zum besten gibt: Karmic Society.
Ich wollte mir gern eine CD bei den Jungs bestellen, aber der Shop ihres Labels ist etwas sehr psychedelisch. Vermutlich wäre es einfacher/erfolgreicher, wenn sie direkt über Amazon die Platte vertreiben würden. Aber gut, lasst den Künstlern ihren Spass.

Hier die Variante der Raumpatrouille (live):

Ihr habt nochmehr tolle frische neue Musik?
Lasst es mich wissen.


Die Medienkompetenz der Amokläufer

22. März 2009

Dieser Beitrag wurde von mir bei Zeit.de veröffentlicht als Antwort auf den Komentar “4. Lobby der Amoklaufförderer von “gw-hh”.

Als ich den Beitrag Nr. 4 gelesen habe quoll mir regelrecht die Ignoranz gegenüber den neuen nicht verstandenen Medien entgegen.
Computerspiele, vor Allem welche wo’s um Gewalt geht gabs in meiner Jugend nicht. Das muss schlecht sein! Verbieten!! Sofort!

Meiner Meinung nach handelt es sich bei der gesamten Killerspielediskussion um ein Scheingefecht. Es gibt nämlich eine Korrelation zwischen den Spielen und den Amokläufen, aber diese ist zeitlich nicht inhaltlich.

Was das heißt will ich gern erklären.
-Computerspiele sind, dass wurde richtig bemerkt, ein Phänomen der letzten beiden Jahrzehnte. Personen die unter 30 sind, sind damit mehrheitlich aufgewachsen. Personen die unter 20J sind und nicht Computer gespielt haben sind absolute Minderheiten.
-Amokläufe an Schulen sind
, und hier haben wir die Korrelation, ein Phänomen der letzten beiden Jahrzehnte.
Littleton 1999 war die erste Tat dieser Art, und vor allem die erste die so ein großes Medienfeedback in Deutschland erhalten hat.

Für die Personen, welche in die Sündenbocksuche verwickelt sind (und überwiegend dieser Generation nicht angehören), bietet sich dieser Zusammenhang nun wunderbar an um das Medium Computerspiele (was sie aus ihrer Jugend nicht kannten) als den Grund für Taten zu sehen, die es in ihrer Jugend nicht gab.
Übersehen wird dabei, dass die Jugendlichen von heute noch etwas von denen vor 20 Jahren unterscheidet.

Medienkompetenz
Medienkompetenz, so wie ich sie verstehe, ist die Fähigkeit
1) Inhalte von Medien auf ihre Relevanz für die eigene Situation zu bewerten und
2) das passende Medium für den gewünschten Zweck zu nutzen.

Was 1) bedeutet kann man sich denken. 2) bedeutet, dass wenn ich Nachrichten will ich weiß welches Medium mir diese liefert, und wenn ich Unterhaltung will, ebenfalls das passende Medium bekannt ist.

Amokläufer beweisen reproduzierbar ihre Medienkompetenz. Sie wissen genau, dass sie die Aufmerksamkeit die sie wollen, nur durch eine öffentliche Tat diesen Ausmaßes erreichen läßt.

Ich behaupte: Nicht Computerspiele machen Amokläufer, sondern die Berichterstattung über Amokläufe. Denn sie bestätigen immer wieder aufs neue, welche Aufmerksamkeit einem Täter zu kommt, wenn er sich ebenso verhält.

Unsere Lebensart des aktiven Gestaltens von Medien macht den Unterschied zu Früher. Heutige Jugendliche nutzen Medien nicht nur passiv(konsumierent) sondern sie nutzen sie aktiv(gestaltent).

Was ich abschließend nicht verschleiern möchte: Es kann durchaus auch eine Gefährdung von “Killerspielen” ausgehen. Doch dies hat nichts mit “Point&Click” zu tun, sondern mit Technologien, welche aus dem Filmgeschäft (Visual FX) stammen und in Zukunft in Spielen eingebaut werden. Darüber habe ich in meinem Block einen Artikel verfasst.


Linpus Linux Opened

15. März 2009

An English version with the same topic can be found at laptopmag.com..

Seit zwei Wochen bin ich stolzer Besitzer eines Acer Aspire One 110L. Wer sich mit Netbooks auskennt weiß, dass das L für Linux steht – Linpus Linux um genau zu sein.

Schon vor dem Kauf dieses kleinen äußerst praktischen Gerätes wusste ich, dass die Bootzeit absolut umwerfend ist: 15 Sekunden! Und das stimmt wirklich!

Die Oberfläche ist gewöhnungsbedürfig aber so wie das gesamte Betriebssystem für die geringe Auflösung optimiert und deshalb auch recht praktisch.

Alles super? Nicht ganz.

Wie ich feststellen musste, ist es für jemanden ohne Linuxkenntnisse nicht möglich einfach Software nachzuinstallieren. Linpus Linux wurde gemacht um im Auslieferungszustand genutzt zu werden. Persönliche Anpassungen finden da keinen Platz. Ich wollte 2 Sachen: 1. Gimp und 2. Schnellstartbuttons

Meine Linuxfähigkeiten sind rudimentär. Ich kann es benutzen, aber aufboren? Dafür brauch ich Hilfe.

Diese fand ich bei den Chemnitzer Linuxtagen 2009 am Stand von Fedora in der Person von Christoph Wickert.

Wieso Fedora? Hier gehts doch um Linpus Linux?
Linpus Linux baut auf Fedora auf. Das ist bekannt. Was nicht bekannt ist: Die Entwickler von Linpus Linux in Taiwan nahmen sich den Code und schrieben ihn um. Es gibt viele interessante Neuerungen, welche sie einbauen. Sie haben diese Änderungen aber nicht Open Source gemacht. Ein ziemlich glasklarer Fall einer GPL Violation. Wenn das nicht bald nachgeholt wird, sehe ich die Wahrscheinlichkeit eines Verkaufsstopps von Aspire One’s mit Linpus Linux in Deutschland als ziemlich hoch an. Aber das nur am Rande.

Nun zum interessanten Teil.

  1. Was kann das geöffnete Linpus Linux?
  2. Was muss ich machen um dahin zu kommen?

@1: Das geöffnete Linpus Linux startet genauso schnell und sieht auf den ersten Blick aus wie ein normales Linpus Linux – mit zwei Unterschieden:

  • Es gibt ein echtes Startmenü über das man alle Anwendungen auf dem Rechner ansprechen kann. Außerdem kann man auf dem Desktop (dort wo Linpus die 4 großen Symbolgruppen zeigt) rechtsklicken und erhält dort das Startmenü eingeblendet.
  • Man kann mit dem Paketmanager YUM, wie auf einem normalen Fedora System üblich, Software/Packete über eine grafische Schnittstelle installieren.

@2: Wie kommt man dahin?
Zu aller erst benötigt ihr ein Terminal. Das ist so eine schwarze Textkonsole. Unter Linux ist sie das mächtigste Werkzeug. Ihr findet sie in Linpus versteckt im Dateibrowser. Öffnet einfach eure “Eigenen Dateien” und klickt dort auf “Datei” und dann “Terminal”.

Tippt nun folgendes ein:

xfce-panel -a

Es öffnet sich das “Objekte zur Leiste hinzufügen” Menü. Dort wählt ihr den “xfce-Menü Button”. (siehe Bild)
addbutton
Damit habt ihr jetzt bereits einen Startmenübutton in eurer Startleiste. Er steht nur an der falschen Stelle.

Um den Button an die richtige Stelle zu bringen muss eine Textdatei angepasst werden.

mousepad .config/xfce4/panel/panels.xml

Sorgt dafür, dass im Abschnitt Items das item mit dem Namen “xfce4-menu” ganz oben steht. Speichern. Fertig.

startmenue

Wenn ihr nun euer System etwas anpassen wollt – zum Beispiel die dicken XP ähnlichen Fensterrahmen durch kleinere hübschere ersetzen, oder welche im Mac Stil – dann tippt in die Konsole:

xfce-setting-show

Es öffnet sich dann dieses Fenster:
Unter Fenstermanager könnt ihr euch einen passeden Stil aussuchen. Das ganze geht übrigends auch über: Startmenü > Einstellungen > Fenstermanagereinstellungen
(Übrigens, im ersten Bild oben, sieht man den “meenee”-Stil den ich gewählt habe. Das spart noch etwas Platz.)

Viele der orginalen Fedora Fenster sind nicht für eine so niedrige vertikale Auflösung geeignet. Deshalb müsst ihr manchmal den OK-Button “blind” suchen. Über Tab (die Taste mit den beiden Pfeilen) könnt ihr alle Buttons eines Menüs anspringen – auch die verdeckten. Und dann müsst ihr nur Enter drücken.

Am einfachsten könnte es gehen, wenn man einen Bildschirm anschließt der eine höhere Auflösung unterstützt. Das habe ich aber noch nicht gemacht.

Wenn ihr wollt, dass das Startmenü aufpoppt, wenn ihr auf dem Desktop rechtsklickt, dann könnt ihr das im Fenster “Desktop preferences” unter “Behavior” einstellen. Einfach ein Häckchen im entsprechenden Kästchen machen.

Von hier ab müsst ihr allein euren Weg finden. Ich habe selbst noch keine großen Fedora Erfahrungen. Aber in den Fedoraforen im Internet gibts bestimmt noch mehr freundliche Helfer, so wie Christoph Wickert auf dem Linuxtag.


Elefantenrennen – Eine einfache Lösung für ein Stauproblem

5. März 2009

Jeder der auf der Autobahn unterwegs ist, und ich bin dies in der letzten Zeit regelmäßig, der kennt das Problem der “Elefantenrennen”: LKW1 überholt LKW2 mit einer Geschwindigkeitsdifferenz von 3Km/h.

Nun kommt der populistische Einfaltspolitiker natürlich schnell mit einem tollen Vorschlag: “Überholverbot für LKWs!!“.

Das ist nicht nur nicht zielführend  (Zitat aus der der Zeit: “auf der rechten Spur ein kompakter Lkw-Bandwurm, der etwa so schnell ist wie das langsamste Glied, und auf der linken eine geschlossene Kette von Urlaubsfahrern, die etwa so langsam vorankommen wie das schnellste Wohnwagengespann.”) sondern für die LKW Fahrer eine echte Zumutung. Man sollte einmal bedenken, wie entspannt man selbst fährt, wenn der Vordermann auch nur 2km/h langsamer ist als man selbst fahren will: Man wird schier wahnsinnig.

Eine Lösung die mir auf einer der letzten Fahrten kam ist einfach, technisch leicht umzusetzen und, ich wage zu behaupten, verkehrssicherer als die langsamen Überholmanöver die wir täglich beobachten dürfen: Der Speedboost.

Klingt abgedreht? Ist es aber nicht. Die Idee ist die: Wenn man den LKW Fahrer durch eine technische Vorrichtung erlaubt alle 15Min. die elektrische Geschwindigkeitsdrosselung für 15-20Sek. auszuschalten, könnten diese damit den Überholvorgang deutlich verkürzen.

Eine erhöhte Gefahr für Stauenden und der gleichen besteht dabei nicht, da der LKW Fahrer ja nicht dauerhaft “zu schnell” unterwegs ist und Staus nicht plötzlich entstehen, sondern immer mit erhöhtem Verkehrsaufkommen zu tun haben. Außerdem gilt für den LKW Fahrer was für jeden Kraftfahrer gilt: Er muss so fahren, dass er jederzeit sein Fahrzeug im Gefahrenfall rechtzeitig zum Stehen bringen können muss. D.h. überholt wird nicht vor Kurven.

Durch den Speedboost müssten die Brummis auch nicht so dicht aufeinander auffahren um zu überholen. Schon allein das würde eine Reduktion des Unfallrisikos darstellen.

Der Werbefachmann würde texten: Speedboost – schont die Nerven aller Autofahrer!